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Kastanie Bergung

200 Tonnen Kran im Einsatz: Stadt birgt umgestürzte Rosskastanie

von Julia Schepp

In der Grünanlage entlang der Kaffeetreppe steht dem Garten und Friedhofsamt ein außergewöhnlicher Einsatz bevor. Eine vorgeschädigte Rosskastanie ist dort umgestürzt und muss nun aufwendig geborgen werden. Für Dienstag, dem 24. Februar, ist der Abtransport mithilfe eines Schwerlastkrans geplant.

Fast 100 Jahre alter Baum war schwer geschädigt

Das Alter der Rosskastanie schätzen die Experten auf annähernd 100 Jahre. Der mächtige Baum mit einem Stammdurchmesser von gut einem Meter wurde regelmäßig kontrolliert, war jedoch von einem aggressiven Pilz im Stamm und Wurzelbereich befallen. Aufgrund fehlender Standsicherheit sah sich die Stadt zum Handeln gezwungen.

Eine bereits terminierte Fällung erübrigte sich, da die fast 30 Meter lange Rosskastanie im Dezember in die Grünanlage gekippt ist, möglicherweise begünstigt durch starke Windböen. Baumkontrolleur Jens Owczarek weist darauf hin, dass der Erhalt der Bäume für die Stadt zwar oberste Priorität habe, kranke Bäume jedoch nicht immer gerettet werden könnten. Gartenamtsleiter André Jankwitz kündigt an, dass es im künftigen Pikopark an geeigneten Standorten Ersatzpflanzungen geben werde.

200 Tonnen Kran über dem Alten Rathaus

Die Bergung gestaltet sich aufgrund der Topographie und der umliegenden Bebauung schwierig. Der 200 Tonnen Autokran kann das Areal nicht direkt anfahren. Deshalb positioniert der Kranführer der Firma AKV aus Zweibrücken sein Spezialfahrzeug gegen 8 Uhr in der Hauptstraße. Der 70 Meter lange Ausleger wird über das Dach des Alten Rathauses hinweg in das tieferliegende Gelände geführt.

Der zertifizierte Baumtechniker Marc Schwartz und sein Team sichern die 30 Meter lange Rosskastanie. In enger Abstimmung per Sprechfunk mit dem Kranführer wird der Stamm auf dem Parkplatz hinter dem Alten Rathaus abgelegt. Dort wird er in Stücke zersägt und anschließend abtransportiert.

Parkplätze werden gesperrt

Für die Maßnahme müssen die Parkplätze hinter dem Alten Rathaus vorübergehend gesperrt werden. Mieter werden gebeten, ihre Fahrzeuge bereits am Montagabend, 23. Februar 2026, zu entfernen. Andernfalls erfolgt ein kostenpflichtiges Abschleppen. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis für die entstehenden Unannehmlichkeiten.

Arbeiten am Grünzug schreiten voran

Die Bergung erfolgt im Zuge der Neugestaltung des Grünzugs entlang der Kaffeetreppe. Die historische Verbindung vom Wedebrunnen zur Hauptstraße ist Teil der touristischen Achse zwischen Forum Alte Post, Rheinberger, Strecktalpark und Schloßplatz. Das Gelände wird barrierearm erschlossen und durch einen Bürgergarten ergänzt. Rund 600 000 Euro investiert die Stadt mit Unterstützung von Bund und Land in das Projekt.

Geplant ist unter anderem ein stufenfrei gepflasterter Serpentinenweg mit einem Gefälle zwischen sechs und acht Prozent. In einem Abschnitt mit rund 145 Jahre alten Silberlinden, die als geschützter Landschaftsbestandteil gelten, wird statt einer Pflasterung ein Steg errichtet, um die Wurzeln zu schonen.


Titelbild: Die mächtige Rosskastanie war von einem aggressiven Pilz befallen. Der rund 30 Meter lange Baum ist umgestürzt und wird nun mit einem Schwerlastkran geborgen.
Foto: Stadt Pirmasens / Maximilian Zwick


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