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Spitalstraße 2

„2025 ist ein Baujahr“ – Stadt gibt bei Baustellenrundfahrt umfassenden Einblick

von Julia Schepp

Gleich zu Beginn der Baustellenrundfahrt am Freitag, dem 27. Juni, brachte Bürgermeister Michael Maas die aktuelle Lage auf den Punkt: „2025 ist ein Baujahr.“ Gemeint war damit nicht nur die Menge der Bauprojekte und die Kosten, sondern auch deren inhaltliche Bandbreite – von der Leitungsmodernisierung bis zur umfassenden Straßenerneuerung, von Sicherheitsmaßnahmen bis zu städtebaulichen Projekten. Im Rahmen einer rund dreistündigen Fahrt durch das Stadtgebiet informierte die Stadtverwaltung gemeinsam mit Planern, Fachleuten und ausführenden Firmen über acht laufende oder geplante Maßnahmen. In diesem ersten Teil stellen wir die vier Stationen in der Fröhnstraße, Pettenkoferstraße, Friedhofstraße und Spitalstraße vor.

Fröhnstraße: Sicherungsarbeiten an marodem Gebäude

An der Ecke Fröhn- und Schäferstraße steht ein Haus, das äußerlich schon länger einen baufälligen Eindruck machte. Nun ist klar: Der Dachstuhl war einsturzgefährdet, was akuten Handlungsbedarf auslöste. Seit Ende April ist die Stadt mit einer umfangreichen Sicherungsmaßnahme vor Ort. Das Mansardendach wurde bereits abgetragen – eine Arbeit, die größtenteils in Handarbeit erfolgen musste, da die instabile Bausubstanz den Einsatz schwerer Maschinen nicht zuließ.

In den kommenden Wochen soll das Gebäude von innen entkernt werden. Dazu wird ein Autokran mit Arbeitskorb eingesetzt, über den die Arbeiter in das Gebäude gelangen. Im Anschluss wird ein Ringanker aus Mauerwerk zur statischen Sicherung des neuen Flachdaches eingezogen. Zwei individuell gefertigte Stahlträger sollen die Lastverteilung zusätzlich verbessern. Die Maßnahme soll im Juli abgeschlossen sein. Die veranschlagten Kosten liegen bei rund 210.000 Euro.

 Foto: Maximilian Zwick

Pettenkoferstraße: Fernwärme und Wasserleitungen auf 260 Metern

In der Pettenkoferstraße steht eine zentrale Maßnahme für das Fernwärmenetz der Stadt an. Die dort verlaufende Hauptleitung, die das Heizkraftwerk mit dem Verteilnetz verbindet, ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Die neue Leitung mit einer Länge von rund 260 Metern wird im sogenannten Kunststoffmantelrohrsystem verlegt – eine moderne, langlebige Lösung. Parallel dazu wird in derselben Trasse auch die Wasserleitung inklusive der Hausanschlüsse erneuert.

Bis Ende November sollen die Verlegearbeiten abgeschlossen sein. Die eigentliche Einbindung in das Fernwärmesystem ist für 2026 vorgesehen. Die kalkulierten Kosten betragen rund 950.000 Euro für die Fernwärmeversorgung sowie etwa 160.000 Euro für die Wasserleitungen – ein Investitionspaket mit großer Bedeutung für die Versorgungsinfrastruktur des Stadtteils.

Baustelle in der Pettenkoferstraße. Foto: Schepp

Friedhofstraße: Leitungsarbeiten als Voraussetzung für künftige Sanierung

Auch in der Friedhofstraße, zwischen Buchsweilerstraße und Landauer Straße, wird derzeit tief unter der Straße gearbeitet. Im Vorgriff auf eine geplante Oberflächensanierung erneuern die Stadtwerke die Gas- und Wasserversorgungsleitungen inklusive der Hausanschlüsse. Aufgrund der verkehrlich exponierten Lage – es handelt sich um einen wichtigen Knotenpunkt – erfolgt die Baustelle in fünf Abschnitten mit wechselnder Verkehrsführung. Im Juni wurde bereits ein erster Teilabschnitt mit rund 70 Metern Leitung realisiert.

Im nächsten Schritt, zwischen dem 1. und 3. Juli, werden spezielle Absperrklappen in das Wassernetz eingebaut, um eine bessere Steuerung des Leitungsnetzes zu ermöglichen. Die Gesamtmaßnahme soll bis August 2025 abgeschlossen sein. Die Investitionssumme für die Gas- und Wasserarbeiten liegt bei rund 700.000 Euro. Die eigentliche Sanierung der Fahrbahndecke wird dann im Anschluss realisiert – wann genau, steht noch nicht fest.

Baustelle in der Friedhofstraße. Foto: Schepp

Spitalstraße: Komplettumbau mit Glasfaser und neuer Beleuchtung

Eine der aufwendigsten Maßnahmen betrifft die Spitalstraße. Dort wird nicht nur die Fahrbahn neu gestaltet, sondern das gesamte Erscheinungsbild der Straße modernisiert. Insgesamt werden etwa 1.570 Quadratmeter Verkehrsfläche erneuert. Die Maßnahme sieht einen niveaugleichen Ausbau in Pflasterbauweise vor. Die Straße wird in der Mitte sowie einseitig am Rand mit anthrazitfarbenem Betonsteinpflaster belegt, während für die Einmündungsbereiche ein spezielles, verschiebesicheres Pflaster verwendet wird. Auch der Parkraum wird neu geordnet. Für bessere Sicht und Sicherheit im Gehwegbereich sorgen künftig moderne LED-Leuchten vom Typ „Luma“ mit einer Lichtpunkthöhe von sechs Metern. Gleichzeitig nutzt die Deutsche Telekom die Bauarbeiten, um Glasfaserkabel zu verlegen. Auch die Stadtwerke Pirmasens sind beteiligt: Sie erneuern Gas-, Wasser- und Stromleitungen – inklusive aller Hausanschlüsse. Baubeginn war am 10. März 2025, das Ende ist für den 30. November anvisiert. Die Kosten für den Straßenbau betragen brutto rund 750.000 Euro, davon werden etwa 200.000 Euro durch Städtebaufördermittel gedeckt.

Baustelle in der Spitalstraße, die auch im Titelbild zu sehen ist. Foto: Schepp

Die Rundfahrt umfasste insgesamt acht Stationen – in einem zweiten und dritten Artikel werden die weiteren Maßnahmen, darunter der Neubau der Turnhalle und das Richtfest am 27. Juni, das Projekt an der Paketposthalle und die Arbeiten in der Gasstraße, vorgestellt.


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