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5 Fragen an den Stadtrat – Giuseppe Di Benedetto (SPD)

von psst!-Redaktion

Der Stadtrat trifft Entscheidungen, die das Leben in Pirmasens direkt beeinflussen. Doch wer sind die Menschen hinter diesen Beschlüssen? In unserer neuen Serie stellen wir allen Ratsmitgliedern fünf Fragen – über ihre Motivation, ihre Ziele und das, was ihnen für unsere Stadt besonders am Herzen liegt.

In diesem Teil unserer Reihe stellt sich Giuseppe Di Benedetto von der SPD unseren fünf Fragen.

1. Welche drei Dinge sollte man über Sie wissen?

Ich wurde im Juli 1977 in Pirmasens geboren und wuchs hier mit zwei Geschwistern in der Stadtmitte auf. Ich hatte das Glück, wundervolle Eltern gehabt zu haben. Durch die Herkunft meines Vaters durfte ich neben dem typisch deutschen Leben auch die italienische Lebensart kennenlernen. Seit mehr als 17 Jahren wohne ich mit meiner Frau und als stolzer Vater von drei Töchtern im Stadtteil Erlenbrunn. Ich liebe die Stadt mit all ihren Facetten und Entwicklungsmöglichkeiten. Hier bin ich zu Hause.

Ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens war schon immer mein Engagement für Menschen, denen es nicht so gut geht oder die Unterstützung benötigen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch meine berufliche, aber auch durch meine ehrenamtliche Vita. Soziale Politik und Solidarität sind für mich keine Floskeln.

Meine Devise ist: Nicht nur reden, sondern auch handeln! Austausch und Diskussion mit und Toleranz für andere, sofern diese nicht gegen die Würde der Menschen und die Demokratie verstoßen, sind für mich von großer Bedeutung. Genauso wichtig ist es aber auch, dass Absprachen umgesetzt werden. Ich mag Menschen, die – wie ich – beides verfolgen: miteinander reden und gemeinsam anpacken.

2. Seit wann sind Sie Teil des Stadtrates und was hat Sie dazu bewegt, sich politisch zu engagieren?

Ich bin seit Juni 2024 Mitglied im Stadtrat. Die Beweggründe für mein politisches Engagement sind einfach erklärt: Einerseits freue ich mich über die Möglichkeit, einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten zu dürfen. Andererseits möchte ich nicht, dass sowohl meine Kinder als auch andere junge Leute zukünftig unter einer politischen Führung leben müssen, die unsere Werte, die Würde der Menschen und die Demokratie mit Füßen tritt.

Hass und Hetze machen die Welt und unser Leben nicht besser. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass wir durch Engagement unsere Lebensumstände erhalten und darüber hinaus sogar verbessern können.

Ich würde mich freuen, wenn sich gemeinsam mit mir mehr Menschen politisch einbringen, um unsere Gesellschaft und Demokratie zu stärken. Jeder kann einen Beitrag leisten – und zusammen geht immer mehr.

3. Was waren die bisher besten und schwierigsten Erlebnisse in Ihrer Arbeit im Stadtrat?

Mein bisher bestes Erlebnis war, als unser Antrag zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zumindest in Teilen Gehör fand und eine positive Veränderung beschlossen wurde. Neben mehr Personal im zweistelligen Bereich wurden auch die Plätze aufgestockt. Es gibt noch immer sehr viel zu tun. Trotzdem war es ein erster Meilenstein in die richtige Richtung.

Meine schwierigsten Erlebnisse sind die Momente, in denen viel geredet wird, aber keine Ergebnisse erzielt werden – Sequenzen, in denen Stadtvertreter berichten, wie gut alles läuft und was alles getan wird, die Darstellung jedoch nach meiner Kenntnis von der Realität abweicht oder diese (aus politischen Gründen) keine Berücksichtigung finden soll.

Und dann gibt es noch die Situationen, in denen durch Anfragen und Anträge unterschiedliche Probleme und deren Ursachen ausschließlich bei Ausländern gesucht werden. Außer Hass zu schüren und Gesellschaften zu spalten, wird dadurch kein einziges Problem gelöst. Dies sind für mich die schwierigsten Momente.

4. Welche Themen sollten Ihrer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen?

Für mich sind alle familienpolitischen Themen entscheidend. Ein wichtiger Baustein, damit sich Pirmasens positiv entwickeln kann, sind gute Rahmenbedingungen für Familien, um Beruf und Privates unter einen Hut zu bekommen. Beispielhaft dafür nenne ich qualitativ guten und bezahlbaren Wohnraum sowie genügend Kita-Plätze mit einem stabilen Betreuungs- und Förderangebot. Weiterhin sind Schulangebote mit ausreichenden Fördermöglichkeiten, um unsere Kinder auf das (Berufs-)Leben vorzubereiten, und ein Beratungsnetzwerk für Familien sowie zielführende Maßnahmen, die Kinderarmut verhindern, sehr wichtig. Ziel muss sein, die Attraktivität der Stadt für berufstätige Familien zu steigern, damit diese in Pirmasens wohnen bleiben bzw. nach Pirmasens ziehen. Für unsere Arbeitgeber in der Region ergibt sich dadurch die Chance, den Arbeitskräftebedarf aktuell, aber auch in der Zukunft, besser auszugleichen.

Ein weiteres Thema ist die Pflege. Familien, die von heute auf morgen vor der Herausforderung stehen, einen Angehörigen pflegen zu müssen, sind erst einmal überfordert. Die große Belastung, die Organisation, aber auch die hohen Kosten müssen bewältigt werden können. Wie gut und wie schnell werden Betroffene beraten und unterstützt? Wie zügig werden Anträge bearbeitet? Wie gut ist die besondere ärztliche Versorgung, wenn die Mobilität eingeschränkt ist? Haben wir in unserer Stadt ausreichend Pflegeplätze und ambulante Pflegebetreuung, und wie verbessern wir vor Ort die Rahmenbedingungen für die Menschen, die in der Pflege arbeiten?

5. Angenommen, Sie könnten ein Projekt in Pirmasens sofort realisieren – welches wäre das?

Das für mich wichtigste Projekt wäre, die Situation in den Pirmasenser Kindertagesstätten zu verbessern. Nicht genug Kindergarten- und Krippenplätze, Wartezeiten sowie instabile Betreuungszeiten stellen ein Problem für die Vermittlung in Arbeit, für die Verfügbarkeit von Arbeitskräften und eine gute und rechtzeitige Förderung bei Kindern dar.

Mein Ziel: Eltern hätten keine Wartezeiten, um einen Platz für ihr Kind zu erhalten. Sie könnten sich auf das Betreuungsangebot und die Förderung ihrer Kinder verlassen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf wäre gewährleistet, und die urlaubsbedingten Schließzeiten wären rechtzeitig und planbar bekannt. Zusätzliche Schließtage oder Verkürzungen von Betreuungszeiten wären Geschichte. Alle Gebäude erfüllten die notwendigen Voraussetzungen, damit eine durchgängige Betreuungszeit von sieben Stunden, Ruhemöglichkeiten und Mittagessen realisierbar wären.

Mir sind die Probleme (Finanzen, Fachkräfte etc.) bei der Umsetzung des Projekts bewusst. Aber es kommt uns mittel- und langfristig teurer, wenn wir alles so lassen, wie es ist.


Titelfoto: Giuseppe Di Benedetto


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