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Maurice Antoine Croissant Orgel Wissembourg 2020 – Foto Christiane Martin-Seiwert

5 Fragen an den Stadtrat – Maurice Antoine Croissant (SPD)

von psst!-Redaktion

Der Stadtrat trifft Entscheidungen, die das Leben in Pirmasens direkt beeinflussen. Doch wer sind die Menschen hinter diesen Beschlüssen? In unserer neuen Serie stellen wir allen Ratsmitgliedern fünf Fragen – über ihre Motivation, ihre Ziele und das, was ihnen für unsere Stadt besonders am Herzen liegt.

In diesem Teil unserer Reihe stellt sich Maurice Antoine Croissant von der SPD unseren fünf Fragen.

1. Welche drei Dinge sollte man über Sie wissen?

Ich bin Christ und fühle mich den beiden Geboten Jesu „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan“ verpflichtet, also dem Respekt und Mitgefühl eines jeden Mitmenschen gegenüber, ohne Ansehen seiner Person, seiner Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sexuellen Orientierung oder seines Geschlechts.

Ich bin Musiker (Kirchenmusiker) und habe mein Leben dem (kirchen-)musikalischen Wirken in Gottesdiensten, Konzerten, Workshops und Seminaren für Jung und Alt in großer musikalisch-stilistischer Bandbreite verschrieben. Dabei ist es mir wichtig, mit vielen Musikerinnen und Musikern vernetzt zu sein und oft im Team zu arbeiten.

Mir ist die musisch-kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen ein großes Anliegen. Ich engagiere mich vielfältig in der Kinder- und Jugendchorarbeit (u. a. mit großen Musicalproduktionen) und musikpädagogisch mit u. a. Orgelunterricht und Band-Workshops.

2. Seit wann sind Sie Teil des Stadtrates und was hat Sie dazu bewegt, sich politisch zu engagieren?

Ich bin nun in der 3. Wahlperiode Teil der SPD-Stadtratsfraktion, also seit 2014.

Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr SPD-Mitglied und hatte mich vor meinem Studium der Kirchenmusik in Landau einige Jahre bei der dortigen Juso-Gruppe engagiert. Bis 2014 hatte ich schon länger mit dem Gedanken gespielt, dieses politische Engagement wieder aufzugreifen, und als ich dann von Gerhard Hussong gefragt wurde, mich aufstellen zu lassen, habe ich zugesagt.

3. Was waren die bisher besten und schwierigsten Erlebnisse in Ihrer Arbeit im Stadtrat?

Es wird nicht verwundern, dass ich mich vor allem kulturpolitisch einbringe. Als ich in den Stadtrat kam, wurde das Kulturamt als eigenständige Institution aufgelöst und ins Stadtmarketing integriert. Wir als SPD-Fraktion waren damals dagegen und haben immer für eine Stärkung und die Eigenständigkeit dieses Amtes geworben. Nun ist das Kulturamt wieder eigenständig und zeitigt u. a. mit dem Zusammenrufen eines Kulturbeirates eigene Impulse. Dies freut mich, und dies ist sicher auch unserer Hartnäckigkeit in der SPD-Fraktion geschuldet.

Was mich oft betroffen macht, sind vor allem die häufig sehr tendenziösen Anfragen der AfD-Stadtratsfraktion, die meinem Eindruck nach nur darauf abzielen, Menschen mit Migrationsgeschichte schlechte Eigenschaften nachzuweisen und sie unter Generalverdacht zu stellen, statt konstruktive Vorschläge zu machen, um mögliche Problemstellungen zum Wohle aller zu lösen.

4. Welche Themen sollten Ihrer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen?

Auch das wird nicht verwundern: Es müsste uns gelingen, das Singen als grundlegende Wesensäußerung des Menschen, als Grundnahrungsmittel, viel stärker in alle Bildungsinstitutionen zu stärken und zu integrieren. Es gibt bekanntlich viele Studien, die belegen, dass das Singen viele positive Auswirkungen auf die soziale, kognitive und kulturelle Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen (aller Menschen) hat. Musik und das Singen im Speziellen haben das Potenzial, die Spaltungen in vielen gesellschaftspolitischen Bereichen zu überwinden.

Also: Wir brauchen die Begegnung und das „Voneinander-Wissen“ ganz unterschiedlicher Gruppen aus Politik, Religion, Staatszugehörigkeit, sozialen Schichten etc. Da können Musik und das Singen eine nicht zu unterschätzende Hilfe sein.

5. Angenommen, Sie könnten ein Projekt in Pirmasens sofort realisieren – welches wäre das?

Ich gehe hier davon aus, dass ich Dinge nennen darf, ohne die finanziellen und operativen Implikationen benennen zu müssen. Ich würde den Kulturbereich zur Pflichtaufgabe der Kommunen machen und in den Kindergärten die Pflicht zur Beschäftigung eines/r elementaren Musikpädagogen/in einführen.

Maurice Croissant dirigiert beim Chormusical Bethlehem 2024. Foto: Creative Kirche


Titelfoto: Christiane Martin-Seiwert


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