- Beiträge
- Bärmesenser Päädelcher – Mit Herz, Helm und Heimatgefühl durch den Pfälzerwald

Bärmesenser Päädelcher – Mit Herz, Helm und Heimatgefühl durch den Pfälzerwald
von Andreas PetrySie heißen Spesbach-Päädel, Walthari-Päädel oder Gründell-Päädel – und klingen dabei genauso, wie sie sind: bodenständig, kernig, mit einem Augenzwinkern. Die neuen Mountainbike-Rundstrecken rund um Pirmasens tragen Namen aus der Region, verbunden mit dem typisch Pirmasenser Dialekt – den „Bärmesenser“ Päädelcher eben. Ein Begriff, der in den Pfälzer Wald so gut passt wie die Dubbe aufs Schorleglas. Und ebenso wie dieses Glas versprechen auch die neuen Trails eine Mischung aus Tradition, Geselligkeit und einem ordentlichen Schuss Lebensfreude.
„Wir wollten etwas schaffen, das zur Region passt, das unsere Identität widerspiegelt – und das zugleich sportlich was hergibt“, sagt Stephan Marx, Geschäftsführer des Mountainbikepark Pfälzerwald. Herausgekommen ist ein Trailnetzwerk, das seinesgleichen sucht: naturbelassen, abwechslungsreich und für alle Altersklassen geeignet. Mitten im Pfälzerwald der längst zu den Top-Mountainbike-Gebieten Deutschlands zählt.
Vier Strecken – ein System – viele Gesichter
Die Päädelcher sind als Einbahn-Rundkurse angelegt, gut beschildert und so konzipiert, dass sich kein Wanderer und keine Spaziergängerin gestört fühlen muss – im Gegenteil: Es wurde bewusst darauf geachtet, Premiumwanderwege nicht zu tangieren. „Wir haben neue Strecken geschaffen, die Rücksicht nehmen – auf Natur, Mensch und bestehende Nutzung“, erklärt OB Markus Zwick, bei der Eröffnung am Start der neuen MTB-Päädelcher auf dem Parkplatz „Auf der Platte“

Von dort führen vier Routen durch die Pirmasenser Wälder, jede mit eigener Note. Strecke A ist die längste und forderndste: Ein knackiger Anstieg über das Gebetbuch-Päädel hinauf zum kleinen Arius verlangt Ausdauer, während das Spesbach-Päädel in einer rasanten Abfahrt direkt zu den Bodenwellen des Eisweiher-Päädel übergeht. Wer’s technisch mag, wird hier seine Freude haben.
Strecke B mit dem Tannen-Päädel dagegen ist ein ruhiger Flow-Trail, der auch Anfängern und Familien Spaß macht. Strecke C punktet mit felsigen Herausforderungen am Felsen-Päädel, während die kurze, aber intensive Strecke D mit dem Blitz-Päädel gleich mit einem Einstieg über drei Treppenstufen überrascht. Nichts für Ungeübte, aber ein kleiner Adrenalinkick für Erfahrene.
Es geht bergab – mit Spesbach-, Felsen-, Tannen- und Blitz-Päädel – und bergauf, über Gibbel-, Walthari- und Gebetbuch-Päädel. Dazwischen liegen Abschnitte wie das Gründell- oder das Spielplatz-Päädel, die flach oder sanft hügelig durch den Wald gleiten. Alles auf Schwierigkeitsgraden1 bis maximal S1,5 – also familienfreundlich, aber nie langweilig. Mountainbikerin Isabel Höh beschreibt Teile der Trails, als „wellig, schwungvoll – fast wie Skifahren durch den Wald“.

Eröffnung mit Rückhalt, Rückenwind – und einer Krawatte im Gebüsch
Zur Eröffnung waren alle da, die sich in den vergangenen Monaten mit viel Engagement eingebracht hatten: Forstleute, Stadtmarketing, Ehrenamtliche – allen voran der umtriebige Klaus Emser, MTB-Pionier der Region, vor 32 Jahren Mitgründer des Wasgau-Mountainbike-Marathons und passionierter Betreuer der Strecke Nr. 20 im Verbund des MTB-Parks-Pfälzerwald. Er war es auch, der viele Abschnitte eigenhändig mitgestaltet hat. „Hier ist viel Herzblut drin – und viel Heimat“, sagte Emser sichtlich bewegt. Der 64-jährige leidenschaftliche Biker fuhr im vergangenen Jahr von Lemberg aus mit Tochter Christina den Jakobsweg bis Santiago de Compostela, natürlich mit dem MTB.
Oberbürgermeister Zwick erinnerte in seinen Begrüßungsworten an eine Szene, die den Geist der neuen Trails gut einfängt: „Ich war mit meinem Sohn auf einer ersten Probefahrt. Noch im Sakko, die Krawatte schnell in die Jackentasche gesteckt. Irgendwann war sie weg – einfach rausgerutscht beim Runterbrettern. Mein Sohn hat sie dann ein paar Kurven später lachend wieder eingesammelt. Für uns war das an diesem Tag das Krawatten-Päädel“, musste nicht nur Zwick sondern die über 40 gekommenen Gäste, darunter auch passionierte MTB-Fahrer, laut schmunzeln. Auch Florian Bilic, Bundestagsabgeordneter der CDU gehörte mit guten Grund zu den Besuchern. Bis vor seiner Wahl war der Pirmasenser Geschäftsführer des Pfälzer Wald Vereins.

Florian Kempkes vom Forstamt Westrich lobte das Miteinander: „Der Wald ist heute für viele da – für Spaziergänger, Sportler, Familien. Solche Projekte sind ein Beispiel, wie man Angebote schaffen kann, ohne andere zu verdrängen.“ Seine Mitarbeiter Forstwirt Manfred Frey und der zuständige Revierförster Jens Herzog haben unterstützt auch bei der herrlichen Info-Steele direkt beim Losfahren.
Und Stefan Marx vom Mountainbikepark betonte: „Wir schaffen hier nicht nur Trails, sondern Treffpunkte. Orte, an denen Gemeinschaft entsteht, Bewegung gefördert wird und die Natur respektiert bleibt.“

20 Jahre Mountainbikepark – und jetzt ein Glanzstück mehr
Mit den Bärmesenser Päädelcher bekommt das Wegenetz des Mountainbikepark Pfälzerwald zum 20-jährigen Jubiläum ein echtes Glanzstück dazu. Kein Spektakel mit Sprungschanzen, sondern echte Pfälzer Qualität – naturnah, nachhaltig und tief verwurzelt in der Region. Oder auf bärmesensisch kurz zusammengefasst: „Dess iss kä Bikepark – dess iss unser Wald. Midd de neije Päädelcher obbe druff.“
Du willst mehr News aus Pirmasens? Abonniere jetzt kostenlos den Newsletter und erhalte die neusten Nachrichten aus der Stadt bequem ins Mail-Postfach. Einfach hier klicken: