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Vorm Plakat

Blut im Carolinensaal! Die Mafia in Eddies Kellerei

von Andreas Petry • Titelfoto: Andreas Petry

„Scamacca“ macht Bärmesens zur Filmmetropole

Mafia-Action aus Sizilien, Kampfsport- und Kunst aus Leidenschaft und ganz viel Bärmesens: Mit „Scamacca“ bringt Giovanni Balisteri seinen zweiten handgemachten Film, nach „Destroyer“ aus 2024, ins Walhalla-Kino, der nicht nur für Adrenalin sorgt, sondern auch für volle Näpfe und bessere Räumlichkeiten fürs Tierheim. Der Trailer und der Film wurden am Mittwoch in den Räumen von „Sefrin & Partner“ vorgestellt.

Er selbst schreibt das Drehbuch, führt Regie, schneidet alles in Eigenregie und kam auch auf die Idee des Filmtitels. Der Name eines italienischen Fußballspielers, Gianluca Scamacca, hatte es ihm angetan. „Scamacca klingt doch deutlich nach Mafia“, sagt er. Was war seine Inspiration? „Ich habe mein Leben lang Actionfilme und Kung-Fu-Filme geschaut. Stallone, Bruce Lee und Mafiafilme. Francis Ford Coppolas „Der Pate“ mit Marlon Brando und Al Pacino in der Hauptrolle hat ihm den Kick für sein neues Projekt gegeben.“ Balestreri: „Ich wollte Mafia- und Actionfilm miteinander verknüpfen.“

Birgit Oster, Stefan Sefrin, Thomas Erno Weidner, Giovanni Balistreri, Michael Scherpf und Laila Eichmann bei der Vorstellung des Trailers. Foto: Petry

Seit seinem zwölften Lebensjahr trainiert der heute 39-jährige gebürtige Pirmasenser Kampfkunst. Erst waren es kleine Clips, jetzt laufen die Filme auf der großen Leinwand, unterstützt durch seine Lebensgefährtin Lailia Su Eichmann, die nicht nur selbst mitspielt, sondern auch als Kamerafrau agierte.

Das Walhalla-Kinozentrum von Andreas Groß wird zur Mafia-Arena. Und der Kinochef wird deutlich: „Natürlich unterstützen wir das. Es wäre fatal, als in Pirmasens verwurzeltes Unternehmen dieses Pirmasenser Projekt nicht zu unterstützen.“ Groß zeigt, wie schon so oft, klare Haltung zur Heimat.

Im Mittelpunkt des 107-minütigen Actionkrimis steht Vincenzo Morosini alias Giovanni Balestreri, der Anführer der sizilianischen Scamacca-Mafia. Beim Deutschland-Auftrag erwarten ihn korrupte Polizisten, die Festnahme, die Psychiatrie und schließlich die Flucht. Was folgt, ist ein kompromissloser Rachefeldzug mit harten Fäusten und klarer Linie.

Viel Action und prominente Gesichter zeigt das Filmplakat, hier als Collage zu sehen. Foto: Petry

Kunstblut tropft, und die Kameras surren an verschiedenen Drehorten in Pirmasens. Beispielsweise im Dynamikum. Während andere noch schlafen, schließt Marketingchef Rolf Schlicher persönlich um 5 Uhr früh das Dynamikum auf. Das von ihm geleitete Mitmachmuseum wird zur Action-Kulisse, genauso wie Eddies Kellerei, das Pirmasenser Krankenhaus oder die Räumlichkeiten von „Sefrin & Partner“. Dessen Gründer Stefan Sefrin verkörpert im Film nicht den Unternehmer vor der Kamera, sondern den Abteilungsleiter eines fiktiven Geheimdienstes.

Nach dem Dreh in Eddies Kellerei stellen sich die Protagonisten zusammen mit Eddie Sänger zum Gruppenbild auf. Von links: Stefan Sefrin, Giovanni Balestreri, Eddie Sänger, OB Markus Zwick und Michael Scherpf. Foto: Petry

Er überzeugt mit strengem Blick und klaren Befehlen. Im Pistolenholster sitzt eine „Sniper-Airsoft-Waffe“. Sefrin: „Das Pirmasenser Unternehmen ist einer unserer Partner.“ Dazu zählen auch die Wasgau AG, das „Best Western Hotel“ und viele weitere. „Jimmy Blond“-Hauptdarsteller Thorsten Grohund und Regisseur Michael Scherpf ermitteln höchstpersönlich im Agenten-Gewand. Im Carolinensaal wird es dramatisch: Ein lauter Knall! Thomas Erno Weidner von „Sefrin & Partner“ fällt getroffen vor rund 50 Komparsen mit blutdurchtränktem weißem Hemd auf den Boden. Stille. In Eddies Kellerei gibt OB Markus Zwick im Stile von „M“ bei „007“ den Geheimdienst-Boss. Hollywood? Nein. „Pirmawood“, sagt Scherpf in Anlehnung an Bollywood.

Die Premiere im großen Saal am 27. Februar um 20 Uhr ist mit 224 Tickets bereits ausverkauft. Für die zweite Vorstellung am 4. März gibt es noch Karten im Vorverkauf. Ein Ticket kostet zehn Euro. Neun Euro davon gehen direkt ans Tierheim Pirmasens. Tierheim-Vorsitzende Birgit Oster sagt: „Wir sind sehr froh darüber. Nicht nur wegen des finanziellen Aspekts. Es ist wichtig, dass das Tierheim wieder gesehen wird und die Tiere stärker in den Fokus rücken.“

Giovanni Balestreri, eingerahmt vom Vorstand des Tierheims. Links die Erste Vorsitzende Birgit Oster, rechts ihre Vertreterin Birgit Klein. Foto: Petry

Das Tierheim kämpft mit steigenden Kosten, weil gerade ältere Tiere länger im Tierheim bleiben. „Das verursacht hohe Kosten“, erklärt Oster. „Deshalb ist diese Unterstützung für uns enorm wichtig.“ Der Kontakt entstand überraschend. „Herr Balisteri hat uns angeschrieben. Für uns war das eine sehr schöne Überraschung.“

Balisteri selbst sagt schlicht: „Man verdient mit so einem Projekt nicht unbedingt Geld. Aber wenn man etwas Gutes tun kann, dann macht man das.“ Und warum das Tierheim? „Nun, ich bin selbst Hundebesitzer.“ Seine französische Bulldogge mit dem Namen Sitka spielt in dem Thriller sogar mit. „Mit Tieren zu drehen ist schwierig“, erzählt Balisteri schmunzelnd. „Fast wie mit kleinen Kindern. Aber es hat Spaß gemacht.“

Und die Zukunft? „Ich habe auf jeden Fall vor, weiter Filme zu machen“, sagt er. „Es ist mit begrenzten Mitteln nicht einfach. Aber es macht riesigen Spaß.“

„Scamacca“ ist kein Hochglanz-Blockbuster aus der Traumfabrik. Es ist ein Film mit Ecken und Herz. Einer, der in Bärmesens und Sizilien entstanden ist. Denn Balestreris Wurzeln liegen in Aspra unweit von Palermo.


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