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Pirmasenser Weg

Das I- Tüpelchen für den „Pirmasenser Weg“

von Andreas Petry • Titelfoto: Andreas Petry

Wenn Oberbürgermeister Markus Zwick über Integration spricht, dann klingt das nicht nach grauer Verwaltung, sondern nach einem klaren Versprechen: Wir lassen niemanden allein. Und genau dieses Signal stand im Mittelpunkt, als jetzt der Förderbescheid über 10.500 Euro für den Kommunalen Integrationsmanager (KIM) von Staatssekretär Janosch Littig vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration diese Woche im Pirmasenser Ratssaal übergeben wurde.

„Wir haben viele Flüchtlinge aufgenommen“, sagte Zwick, und man merkte schnell: Das ist keine Eigenwerbung, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme. Vom Integrationspreis des Landes Rheinland-Pfalz für den „Pirmasenser Weg“ bis hin zu konkreten Hilfsangeboten im Alltag hat sich die Stadt einen Namen gemacht. Einen guten noch dazu.

Den Protagonisten beim Gespräch über die Schultern geschaut. Foto: Petry

Denn Integration beginnt nicht bei Sonntagsreden, sondern bei Formularen wie Kindergartenanträgen, bei der Schulwahl, bei Behördengängen und Führerscheinfragen. Es ist die Überforderung, die viele Menschen trifft, wenn sie neu in einem Land ankommen. Genau hier setzt der Kommunale Integrationsmanager an, und genau deshalb ist diese Stelle für Pirmasens so wichtig.

„Mit dem KIM können wir die Menschen an die Hand nehmen“, erklärte Zwick. „Wir können helfen, diese Überforderung abzufedern.“ Und plötzlich geht es nicht mehr um abstrakte Konzepte, sondern um ganz reale Fragen: Wann kann ich einen Deutschkurs besuchen, der nicht in meine Arbeitszeit fällt? Wer hilft mir beim Antrag? Wo gehe ich zuerst hin und warum?

Antworten darauf liefert Rüdiger Dahl, der diese Vollzeitstelle seit 1. Oktober mit Rückenwind aus Mainz innehat. Das Land fördert mit 10.500 Euro für 2025 die Umsetzung des KIM. „Es ist eine reine Personalförderung, ergänzt um einen kleinen Sachkostenanteil“, berichtet Littig und fügt an: „Die Förderung für 2026 in Höhe von 63.000 Euro ist bereits auf den Weg gebracht.“

„Da steht alles zur Förderung drin“, scheint Janosch Littig zu sagen. Links OB Zwick, rechts Gustav Rothhaar, Leiter des Amtes für Jugend und Soziales. Foto: Petry

Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden habe man das Integrationsmanagement entwickelt. Und Pirmasens? Spielt dabei ganz vorne mit. „Wir sagen immer: Pirmasens wirbt für Pirmasens“, so der Staatssekretär. Die Stadt sei beispielhaft für andere Kommunen. Littig: „Was hier auf den Weg gebracht wurde, ist herausragend.“ Sein ausdrücklicher Dank galt nicht nur Oberbürgermeister Zwick, sondern auch dem gesamten Team des Sozialamtes. Littigs Bitte: „Sagen Sie das bitte auch Ihrem Team. Das ist der Dank des Ministeriums für diese tolle Leistung.“

Der Leiter des Amtes für Jugend und Soziales, Gustav Rothhaar, der das Lob von höchster Stelle als Motivation für sein Team bewertete, brachte es auf den Punkt: „Der KIM ist genau das, was uns noch gefehlt hat.“ Das Sozialamt leiste viel, aber der Integrationsmanager federt die Unterstützung ab, „die wir im Regelbetrieb nicht leisten können“. Er sei die perfekte Fortsetzung des „Pirmasenser Weges“. Oder von Rothhaar anders ausgedrückt: „Es ist das Puzzlestück, das uns noch gefehlt hat.“

Verstehen sich gut und arbeiten konstruktiv in Integrationsfragen zusammen: Staatssekretär Janosch Littig und OB Markus Zwick. Foto: Petry

Doch bei aller Anerkennung blieb Zwick realistisch und nutzte die Gelegenheit für einen ernsten Hinweis. Im Februar steht die Evaluation der seit 2024 verhängten Zuzugssperre an. Und der Oberbürgermeister machte klar, dass Pirmasens beantragen wird, diese erneut zu verlängern. Der Grund ist schlicht und nachvollziehbar: Die Stadt war vor allem bei Kindergärten und Schulen an ihre Belastungsgrenze gestoßen. Mehr Kinder, als die vorhandenen Strukturen verkraften konnten.

Integration braucht Offenheit. Aber sie braucht auch Planung, Kapazitäten und Ehrlichkeit. Pirmasens versucht genau diesen Spagat – mit Herz, Verstand und inzwischen auch mit einem Kommunalen Integrationsmanager, der den Menschen nicht nur erklärt, wo es langgeht, sondern sie ein Stück des Weges begleitet. Und der Staatssekretär sendete hinsichtlich der Verlängerung der Zuzugssperre positive Zeichen.


Titelbild: (von links) Gustav Rothhaar, Janosch Littig und Markus Zwick


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