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Das Wasgau-Brünnchen erstrahlt in neuem Glanz

von Andreas Petry • Fotos: Andreas Petry

Eckhard Schwartz schreibt Geschichte weiter

Die lange Geschichte der Pirmasenser Familie Schwartz um das Wasgau-Brünnchen, die 1993 begann, wird von Eckhard Schwartz im Jahr 2025 nochmal neu weitergeschrieben. Vielleicht zum letzten Mal. „Ich bin der einzige Nachfahre der Familie Schwartz“, sagt der heute 78-jährige Sohn von Arthur Schwartz, der einzige von 12 Kindern der noch lebt.

Es war in den 1930er-Jahren, als zwei wanderlustige Brüder, Arthur und Emil Schwartz auf dem Glasberg bei Pirmasens eine sprudelnde Quelle entdeckten. Was als einfacher Fund begann, wurde bald zu einer Herzenssache: „Hier bauen wir ein Brünnchen“, sagten sie sich – und taten es auch. Die Quelle wurde gefasst, mit Sandstein eingefasst, ein Ablaufrohr verlegt, und ein Name war schnell gefunden: Wasgau-Brünnchen.

So steht es auf der Infotafel „Wie es einmal früher war“, beim Aufstieg vom Glastal auf die „Platt“ geschrieben. Die Ergänzung auf dem mit vielen historischen schwarz-weiß Bildern versehenen Hinweisschild müsste lauten:

Es war im Juli 2022, als Eckhard Schwartz das mutige Projekt in Angriff nahm, das von seinem Vater vor langer Zeit in ein idyllisches Kleinod verwandelten Wasgau-Brünnchen wieder neues, schönes Leben einzuhauchen.

Der Grund: der Zahn der Zeit nagte an dieser ehemals wunderschön hergerichteten Quelle. Zwischen 1950 und 1953 wurden die maroden Holzhäuschen durch Sandsteingebäude des Pirmasenser August Ulrich ersetzt. Die Lutherkirche hat er naturgetrau nachgeahmt, die Burg Berwartstein ebenso und als Sahnehäubchen den Jungfernsprung. Das Brünnchen-Areal: eine Kunstausstellung im Wald.

Doch mutwillige Zerstörungen in den 1980er-Jahren und der Orkan Wibke 1990 setzte der Anlage zu. Zwar halfen zwischenzeitlich sogar amerikanische Freunde mit Zahnbürsten beim Reinigen, doch das Brünnchen verblasste langsam aus dem öffentlichen Blick.

Bis Eckhard Schwartz 2022 so richtig loslegte. Die Chronologie der Restaurierungsarbeiten hat er dokumentiert. 03.07.22: die Brunnenanlage, 19.09.22 und 04.10.22: Geländeraufbauer, 11.05.23: Aufstellung der Infotafel, 16.05.23: Aufstellung des Holztisch und Bänke, 23.05.23: Treppen Aufbau am Brünnchen, 01.06.23: Treppenaufbau an der Infotafel, 01.07.23: Aufstellen der Info-Tafel am Luitpoldfelsen. Dabei haben der Gersbacher Schreiner und Restaurator Markus Braun als auch Sepp Pfundstein, Christoph Scheerer und Schwartz selbst bei der Umsetzung und dem Aufbau von Geländern und Hinweisschildern tatkräftig unterstützt. In dieser Zeit bastelte Schwartz auch zu Hause eifrig an einer neuen, modernen Nachbildung der Burg Berwartstein.

Allerdings mussten die Handwerker diesmal nicht das ganze Material, wie damals, mit einem Leiterwagen vom Horeb, über den Gefällerweg und Kurhaus Nikolaus zum Glasberg ans Wasgau-Brünnchen bringen, wie es auf der Infotafel zu lesen ist. „Ich war damals als kleiner Junge mit dabei, wie sich mein Vater den Ziehgurt über die Schulter geworfen hatte“, erinnert sich Sohnemann Eckhard Schwartz. Nein dieses Mal durfte mit Einverständnis des Forstes mit dem Kraftfahrzeug in zum Brünnchen gefahren werden.

So auch am Mittwoch: Denn da stellte Eckhard Schwartz, der städtische Beigeordnete Denis Clauer, Revierförster Jens Herzog und Pfälzerwald-Wegpate Arno Breihof aus Fehrbach sowie weiteren geladenen Gästen das perfekt aufgehübschte Wasgau-Brünnchen vor.

Schwartz bedankte sich ausdrücklich bei der Jakob-Hildebrand-Stiftung für die Bankgarnitur als auch die Unterstützung beim Kauf der benötigten Materialien, um das Schmuckstück wieder in Schwung und das Wasserrad zum Laufen zu bringen. „Ohne Markus Braun wäre das gar nicht möglich gewesen“, hob der langjährige Kömmerling-Mitarbeiter den wichtigsten Mitstreiter hervor. Clauer betonte, dass er nach der Anfrage von Schwartz Feuer und Flamme für dieses Projekt gewesen sei. „Wir unterstützen gerne Projekte, die dem Natur- und Heimatgedanken dienen.“ Die neue Gestaltung des Wasgau-Brünnchen bezeichnete er als der Zeit angemessen. Clauer: „Der Berwartstein ist eine Reminiszenz an das, was früher das Wasgau-Brünnchen ausgemacht hat.“

Herzog, der als Revierförster dieses Stück des Staatswaldes betreut betonte. „Es ist eine zusätzliche Attraktion am Premiumwanderweg Felsenwald.“ Deshalb habe der Forst, der in enger Kooperation mit der Stadt zusammenarbeitet, so Herzog, dem Projekt auch zugestimmt.

Und vielleicht findet zum 95-jährigen Jubiläum in drei Jahren wieder eine große Feier am Wasgau-Brünnchen statt.  Und dann wird gefeiert, wie 1963 zum 30-jährigen Bestehen. Die Chronisten schrieben zu diesem Ereignis folgendes: So war einmal eine große Feier zum 30-jährigen Bestehen des Wasgau-Brünnchens im Jahre 1963, mit Förster Lothar Kempf, dem Bläserchor Pirmasens und vielen Bekannten. Es waren ca. 100 Leute anwesend. Es wurde eine Gedenktafel in den Fels eingebaut, die heute noch vorhanden ist.

Sie trägt die Inschrift: „Unseren Wasgau-Getreuen zum Gedenken“.

Von der Parkbrauerei bekam man ein Fässchen Bier gestiftet.

Deshalb sollten wir auf das Ehrenamt das Glas erheben: „Prost ihr Wasgau-Getreuen, Prost Eckhard Schwartz“ und vielen Dank für Euren Einsatz.


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