Beitrag
Runder Tisch

Ein Jahr voller Engagement vom Pakt für Pirmasens

von Julia Schepp

Beim jüngsten Runden Tisch des Pakts für Pirmasens präsentierte Koordinatorin Martina Fuhrmann einen beeindruckenden Überblick über das, was im Laufe des Jahres alles erreicht wurde. Oberbürgermeister Markus Zwick eröffnete die Sitzung und erinnerte daran, dass der Pakt längst bundesweit als Vorbild gilt – zuletzt sogar in einer Veröffentlichung des Bundesfamilienministeriums. Der große Rückhalt vor Ort und die enge Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Vereinen, Schulen, Jugendhilfe und Stadtverwaltung seien ein Modell, das vielerorts erst im Entstehen sei.

Der Jahresrückblick macht deutlich: Hinter dem Pakt steckt eine enorme Fülle an Projekten, kreativen Aktionen und nachhaltigen Angeboten für Kinder, Jugendliche, Familien und ganze Stadtteile. Der folgende Überblick zeigt, wie breit das Spektrum 2025 bisher war,Weihnachtsprojekte noch nicht mit eingeschlossen.

Förderprojekte: Unterstützung, Bewegung und Begegnung

Mit dem Musikprojekt in der Lukaskita wurde Vorschulkindern der Zugang zu musikalischer Früherziehung ermöglicht. Gefördert über 1000 Euro startete das Projekt im September und läuft noch bis Januar. Bereits jetzt steht fest, dass es im Anschluss weitergeführt wird – denn es trifft auf große Begeisterung.

Das Projekt „Mufinder“ begleitet Kinder im Grundschulalter, die einen nahen Angehörigen verloren haben. In zwölf geschützten Treffen erhalten sie Raum, über Trauer zu sprechen, Gefühle einzuordnen und wieder Stabilität zu finden. Der Pakt unterstützt das Vorhaben mit 3300 Euro.

Mit „Skate@School“ bringt eine Inline-Akademie Kindern an drei Grundschulen das sichere Fahren auf Rollen näher. Die Trainer kommen mit kompletter Ausrüstung in die Schulen, sodass alle Kinder teilnehmen können – auch solche ohne eigene Skates oder Helme. Am Ende wagen sich alle auf die Rollen, selbst anfangs ängstliche Kinder.

Im Projekt „Verein(t) im Schachen“ fanden monatlich zwei Termine statt – von Erzähltheater über Lagerfeuer bis Tischtennis. Das Projekt wird auch 2026 fortgesetzt. Ziel ist es, das Miteinander im Quartier zu stärken – über Mitmachaktionen, Begegnungsangebote und Feste. Der Pakt übernimmt den familienbezogenen Teil der Finanzierung.

Beratung und Begleitung für Familien

Die Sprechstunden Familienleistungen haben erneut vielen Eltern geholfen, Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Unterstützung durch Bildungs- und Teilhabepakete zu beantragen. Die Beratung findet wohnortnah statt – niedrigschwellig und mit großem Nutzen, insbesondere für Familien, die bisher nicht wussten, welche Hilfen ihnen zustehen.

Aktionen im öffentlichen Raum: Belebung des Exe

Mehrere Sommeraktionen auf dem Exerzierplatz sorgten dafür, dass der Platz wieder positiv wahrgenommen wird. Ob Kinderspieltag, Kreativangebote oder Bewegungsaktionen: Die Belebung hat die Stimmung vor Ort spürbar verbessert. Der OB betonte, dass Sicherheit häufig durch Präsenz und Nutzung entsteht, nicht allein durch Kontrolle.

Spiel und Spaß auf dem Exe in Juli 2025. Foto: Schepp

Ernährung, Natur und Kreativität

Mit den LeckerSchmecker-Detektiven haben in diesem Jahr 94 Vorschulkinder gelernt, wie gesunde Ernährung funktioniert. Spielerisch und alltagsnah wurden Obst, Gemüse und Geschmäcker erkundet.

Ein Highlight war erneut das Räuberwochenende, bei dem Kinder in der Hexenklamm und Gersbach Abenteuer erlebten, im Matsch kochten, durch den Wald streiften und kleine Mutproben bestanden.

Die Eltern-Kind-Gruppe war monatlich aktiv: vom Besuch im Kunstraum über gemeinsame Ausflüge, Aktionen auf dem Exe und Feste im Stadtgebiet bis hin zur Gespensterjagd im Forum Alte Post. Im Dezember steht gemeinsames Plätzchenbacken an.

Im Leseclub begeisterte eine Kinderbuchautorin die jungen Zuhörer mit Lesung und Kreativworkshop.

Bei den Kreativtagen entstanden zahlreiche Kunstwerke, teils mit ganzen Gruppen der Tagesklinik, teils mit Kindern der Ferienbetreuung – von Malerei bis Bastelarbeiten.

Im Kunstraum arbeiteten in den Sommer- und Herbstferien Schülergruppen an eindrucksvollen Kunstprojekten, die sogar ausgestellt wurden.

LeckerSchmecker-Detektive. Foto: Pakt für Pirmasens

Verantwortung, Kunst und Handwerk

Das Taschengeldprojekt ermöglichte Jugendlichen erste berufliche Erfahrungen. Sie pflegten Spielplätze, strichen Schilder, reinigten Wege oder bauten – mit sichtbarem Erfolg – Orte im Stadtgebiet mit auf. Die gemeinsame Abschlussrunde stärkte das Miteinander zusätzlich.

Ein weiterer naturverbundener Tag war die Apfelsaft-Aktion in Winzeln. Kinder erlebten, wie Äpfel geerntet, gepresst und zu Saft verarbeitet werden, besuchten einen Kuhstall und lernten Landwirtschaft ganz praktisch kennen.

Für das Schnappenflieger-Festival wurden rund 40 Betonklötze bunt bemalt – eine spontane Mitmachaktion, die viele Gruppen begeisterte.

Das Handwerksprojekt „Wir bauen eine Bank“ fand diesmal in der Tagesgruppe Jona statt. Kinder planten, sägten, schraubten und gestalteten eine eigene Holzbank, die nun dauerhaft im Stadtgebiet steht.

Mehrere Graffitiprojekte – sowohl im Jugendhaus als auch gemeinsam mit Künstlern – zeigten, wie kreativ Jugendliche städtische Räume bereichern können.

Im Workshop „Übergang Schule-Beruf“ stärkten Neuntklässler der Käthe-Dassler-Schule ihre Kompetenzen, reflektierten ihre Stärken und bereiteten sich auf Bewerbungen vor.

Ergebnis des Projektes „Wir bauen eine Bank“. Foto: Jugendhaus Mobil

Stadtweite Veranstaltungen: Begegnung, Bewegung, Zusammenhalt

Der Pakt war 2025 bei vielen Veranstaltungen präsent: beim Multikulti-Fest, dem Stabhochgraf-Festival, dem Kinderspieltag und mehreren Quartierstagen.

Das Skate-Date wurde in diesem Jahr neu gedacht – mit weniger Wettbewerb, dafür mehr Workshops und offenem Fahren. So konnten nicht nur erfahrene Skater, sondern viele Kinder aus den Grundschulprojekten teilnehmen.

Im Stadtbild hinterließen auch kreative Verschönerungen Spuren: bemalte Blumenkübel, farbige Wimpelketten, Mandalas aus dem Strickkreis und bunte Elemente bei Stadtfesten.

Beim School’s-Out-Picknick wurden die Gewinner des städtischen Selfiepoint-Wettbewerbs ausgezeichnet – mit vielen kreativen Fotos aus dem gesamten Stadtgebiet.

Gruppenbild aller Teilnehmer der Selfie-Tour. Foto: Schepp

Ein starkes Fazit

Der Jahresrückblick zeigt, wie breit und nachhaltig der Pakt für Pirmasens arbeitet. Ob Bildung, Freizeit, Unterstützung oder Stadtteilkultur: Die Projekte tragen dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und Familien in Pirmasens gute Chancen, lebendige Orte und verlässliche Ansprechpersonen haben.

„Wir denken oft, der Pakt sei selbstverständlich“, sagte OB Markus Zwick zu Beginn. „Aber er ist es nicht. In vielen Regionen gibt es so etwas nicht.“ 2025 hat einmal mehr gezeigt, wie viel Engagement in Pirmasens steckt – und wie viel gemeinsam bewegt werden kann.


Titelbild: Pakt für Pirmasens


Du willst mehr News aus Pirmasens? Abonniere jetzt kostenlos den Newsletter und erhalte die neusten Nachrichten aus der Stadt bequem ins Mail-Postfach. Einfach hier klicken: