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Die Fröhnstraße in Pirmasens wird ab 28. April für sechs Wochen gesperrt. Foto: Müller

Einsturzgefährdet: Sanierungsarbeiten an historischem Eckhaus in der Fröhnstraße verzögern sich

von psst!-Redaktion

Die Vollsperrung der Fröhnstraße bleibt auch weiterhin bestehen – und das wohl noch einige Wochen. Grund dafür sind die aufwendigen Sicherungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Eckhaus an der Kreuzung zur Teichstraße. Das im Jahr 1903 errichtete Gebäude mit seiner charakteristischen Buntsandsteinfassade befindet sich im Eigentum der Stadt und muss aufgrund akuter Einsturzgefahr umfassend saniert werden.

Komplexe Schäden verzögern Sanierungsfortschritt

Obwohl die Stadt im Vorfeld intensive Untersuchungen durchführen ließ, wurde erst mit dem Beginn der Arbeiten Ende April das wahre Ausmaß der Bauschäden sichtbar. Besonders der Dachstuhl war derart baufällig, dass das Mansardendach vorsichtig und in Handarbeit entfernt werden musste. Der Einsatz schwerer Maschinen ist nicht möglich, da die Gebäudestatik dies nicht zulässt.

Aktuell steht die Entkernung des Innenraums an. Dazu kommt ein Autokran zum Einsatz, der die Arbeiter in speziellen Körben ins Gebäudeinnere hebt. Auch diese Arbeiten erfolgen manuell, was die Sanierung weiter verlangsamt. Die Stadt rechnet mit mindestens drei Wochen für den Rückbau – Verzögerungen aufgrund der maroden Bausubstanz sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Nächste Schritte: Statikverbesserung und neues Dach

Nach Abschluss der Entkernung sollen zwei maßgefertigte Stahlträger eingebaut werden, um die Statik des Hauses zu verbessern. Anschließend wird ein sogenannter Ringanker in das obere Mauerwerk eingezogen. Dieser soll künftig die Last eines neuen Flachdaches aufnehmen und sicher auf die Außenwände verteilen.

Die Stadt kalkuliert die gesamten Sicherungsmaßnahmen derzeit mit etwa 210.000 Euro. Wenn alles planmäßig verläuft, könnten die Arbeiten im Laufe des Julis abgeschlossen werden.

Nachdem das Mansardendach abgetragen wurde, kann jetzt die Entkernung beginnen. Weil die Statik den Einsatz schwerer Maschinen nicht zulässt, muss der Rückbau händisch passieren. Die Arbeiten werden aus Sicherheitsgründen von einem Korb heraus ausgeführt, der an einem Autokran befestigt ist. Foto: Maximilian Zwick

Verkehrsführung bleibt vorerst bestehen

Bis dahin müssen sich Verkehrsteilnehmende weiter auf Umleitungen einstellen. Die Fröhnstraße bleibt voll gesperrt. Der Verkehr wird wie bisher über die Schäferstraße und die Straße „Am Wedebrunnen“ umgeleitet. Zusätzlich wurde die Einbahnstraßenregelung zwischen Teichstraße und Gerbergasse vorübergehend umgekehrt, sodass das Rheinberger-Parkhaus über die Gerbergasse erreichbar bleibt. Fußgänger können die Baustelle passieren.

Ersatzregelung für Buslinien

Auch der Stadtbusverkehr ist weiterhin betroffen. Die Haltestelle „Rheinberger“ kann derzeit nicht angefahren werden. Als Ersatz wurde eine Haltestelle in der Schäferstraße auf Höhe der Bäckerei Diener eingerichtet. Betroffen sind die Linien 202, 208 und 209.

Die Stadt bittet alle Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Geduld und Verständnis für die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt dieses historischen Bauwerks.


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