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Führungswechsel bei der Polizeiinspektion Pirmasens
von Andreas Petry • Titelfoto: Andreas PetryDiese Woche stieg sinnbildlich weißer Rauch über der Polizeidirektion (PD) in Pirmasens auf. Nach vier Monaten der Stellenvakanz wurde Polizeidirektor Stefan Reiser als neuer Leiter der Polizeiinspektion Pirmasens vorgestellt. Gleichzeitig verabschiedete die Blaulichtfamilie in dieser Feierstunde die ehemalige Amtsinhaberin Jacqueline Schröder. Die Polizeidirektorin hatte bereits im Oktober die Leitung der PD Ludwigshafen übernommen. Die Redebeiträge bei dieser Veranstaltung waren von Anerkennung und Vertrauen geprägt.
Deshalb sprach der Leiter der PD Pirmasens, Polizeidirektor Alexander Welter, bei seiner Begrüßung auch von einem „schönen Anblick“, als er die vielen Gäste aus der Blaulichtfamilie, aus Kommunen und Behörden willkommen hieß, und fügte hinzu: „Dies ist ein sichtbarer Ausdruck der Wertschätzung für das Amt der Inspektionsleitung.“ Welter ließ keinen Zweifel daran, wie erleichtert die Direktion sei, dass nach Monaten der Vakanz „die Führungsmannschaft hier bei der PI Pirmasens wieder komplett ist“. Das Zuständigkeitsgebiet umfasst die Stadt Pirmasens, die Verbandsgemeinde (VG) Pirmasens-Land sowie Teile der VG Rodalben mit Münchweiler und Rodalben und damit mehr als 60.000 Menschen.

Welters besonderer Dank galt dem stellvertretenden Inspektionsleiter, dem Ersten Polizeihauptkommissar Peter Kiefer, der „in dieser Vakanz diese Stelle ausgefüllt hat“, und zwar, wie Welter betonte, mit Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Polizeivizepräsident (PVP) Christof Gastauer knüpfte daran an und machte deutlich, dass dieser Tag zwei Richtungen habe: Aufbruch und Rückblick. „Mit Stefan Reiser übernimmt ein erfahrener Polizist die Nachfolge in der Leitung der Polizeiinspektion und in der stellvertretenden Leitung der Polizeidirektion“, sagte Gastauer und fügte an: „Reiser kennt die Westpfalz und die Herausforderungen der Polizeiarbeit nicht aus Erzählungen, sondern aus eigener Erfahrung.“
Die polizeiliche Laufbahn des heute 51-jährigen dreifachen Familienvaters begann 1994 im mittleren Dienst bei der Bereitschaftspolizei in Enkenbach und Schifferstadt. Nach dem Einstieg in den gehobenen Dienst folgten ab 2001 Verwendungen im Polizeipräsidium Rheinpfalz, ab Ende 2009 in der Westpfalz. „Reiser ist Kriminalpolizist aus Leidenschaft“, so der PVP. Zu den Schwerpunkten seiner bisherigen Arbeit gehörten unter anderem die Bekämpfung der Rauschgift- und der organisierten Kriminalität. Das seien Aufgaben, die Durchhaltevermögen, Fingerspitzengefühl und eine klare Haltung erforderten.

Nach dem Abschluss des Masterstudiums an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster-Hiltrup im Jahr 2017 habe Reiser weitere Verantwortung übernommen, unter anderem beim Landeskriminalamt als Dezernatsleiter sowie als stellvertretender oder kommissarischer Abteilungsleiter während seiner Zeit als Referent im Innenministerium Rheinland-Pfalz. „Das ist eine Vita, die operative Erfahrung und strategischen Blick miteinander verbindet“, so Gastauer.
Gastauer verriet auch Persönliches über den neuen Leiter der PI Pirmasens. „Er ist ein Teamplayer“, sagte er und verwies dabei auf Reisers langjähriges Engagement in den Handballteams seines Heimatvereins TuS Dansenberg sowie kurzzeitig zu Regionalligazeiten bei der SG Waldfischbach. Dies stehe sinnbildlich für Gemeinschaftssinn und Fairness. Auch sein Engagement im Männergesangsverein Dansenberg erwähnte Gastauer mit einem Lächeln und schloss daraus: „Man kann davon ausgehen, dass er ein geselliger Mensch ist.“ Zu Reisers Familie gehören inzwischen auch zwei Hunde. „Ich freue mich, dass du der Neue bist.“ Reiser übernehme gemeinsam mit seinem erfahrenen Stellvertreter Peter Kiefer „ein starkes Team und die größte Inspektion in der Direktion“. Gastauer schloss: „Ich bin überzeugt: Das passt.“

Reiser verdeutlichte in seiner Antrittsrede, die er ausdrücklich an die anwesenden Angehörigen der PI Pirmasens richtete, dass es für ihn keine Selbstverständlichkeit sei, heute vor ihnen zu stehen und die Leitung der Inspektion zu übernehmen. Offen sprach er darüber, dass dieser Schritt für viele, aber auch für ihn selbst überraschend gekommen sei. Seine berufliche Laufbahn sei stark von der Kriminalpolizei geprägt gewesen, von spezialisierten, oft wenig sichtbaren Aufgaben.
Die Leitung einer Schutzpolizeiinspektion sei deshalb „schon etwas ganz anderes“. Genau darin liege aber der Reiz dieser Aufgabe. Es gehe um unmittelbare, greifbare Polizeiarbeit, um den täglichen Dienst für und mit den Bürgern. Reiser griff den Leitsatz „To protect and to serve“ – Gemeinschaft schützen und unterstützen – auf und machte deutlich, dass es für ihn kein bloßer Slogan sei, sondern ein Auftrag. Es sei die Art von Polizeiarbeit, bei der man täglich draußen stehe, ansprechbar sei, Verantwortung übernehme und Wirkung erlebe. Mit einem persönlichen Rückblick schloss er diesen Gedanken: Genau mit diesem Idealismus habe auch er vor über 30 Jahren seinen Weg in die Polizei begonnen.

Der Blick zurück galt Jacqueline Schröder, die im Oktober dem Ruf des Innenministeriums gefolgt und zur Polizeidirektion Ludwigshafen gewechselt war. In seiner Rede zeichnete Gastauer den Weg Schröders nach, die vor rund 25 Jahren ihren Dienst begonnen habe und die Polizei, wie er sagte, „mit Leib und Seele lebt“. Er berichtete von ihrer Fachkompetenz, Führungsstärke und ihrem strategischen Denken, von Stationen bei der Bereitschaftspolizei, im Innenministerium, im Führungsstab des Präsidiums und schließlich von ihrer Zeit als Leiterin der Polizeiinspektion Pirmasens. „Du hast dich mit dieser Aufgabe identifiziert“, wandte sich Gastauer direkt an Schröder. Dass sie sich parallel an der Weiterentwicklung des polizeilichen Leitbildes beteiligte und Projekte zur Verkehrs- und urbanen Sicherheit vorantrieb, sei Ausdruck dieser Haltung. Auch die menschliche Seite blieb nicht unerwähnt. Schröder sei ein politischer Mensch und jemand, der Ausgleich beim Wandern oder Mountainbiken finde. „Und nach meinen Ermittlungen gehört auch ein gutes Glas Grauburgunder dazu.“
Schröder beschrieb ihre Abschiedsrede selbst als Herausforderung. Vier Monate nach dem Weggang aus Pirmasens habe der Wechsel nach Ludwigshafen sie schneller als erwartet mit neuen, sehr fordernden Aufgaben konfrontiert. „Der Fokus hat sich verändert“, sagte sie. Es habe sofortiges Anpacken erfordert, parallel zum Kennenlernen der neuen Behörde, etwa bei den Reizgasattacken an der Ludwigshafener Karolina-Burger-Schule. In dieser Dynamik fühle es sich an, als liege der Abschied von Pirmasens schon sehr lange zurück. Daraus ergebe sich die Frage, was man in einer solchen Abschiedsrede überhaupt sagen könne. Der ehrliche Rückblick sei dafür der richtige Weg.

Schröder schilderte ihre Zeit als Inspektionsleiterin seit April 2022 als geprägt von Wachstum, Erfolgen, aber auch schwierigen Entscheidungen mit dem Spagat zwischen individuellen Bedürfnissen und dem Funktionieren der Organisation. Dass dabei auch Fehler dazugehört hätten, „aus denen man aber auch lernt“, ließ sie nicht unerwähnt. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr ein engagiertes Team, das eigene Ideen entwickelt und umgesetzt habe: der Motorradkontrolltrupp, die Fahndungs- und Kontrollwochen mit überregionaler Strahlkraft, der erste Tag des Kindes für die Verkehrssicherheit, neue Wege in der Nachwuchswerbung und der InstaCop aus Pirmasens. Hinzu kämen intensive Ermittlungsarbeit und Erfolge im Gemeinsamen Sachgebiet Jugend sowie im Bezirksdienst. Prägend sei zudem die enge, verlässliche Zusammenarbeit mit externen Partnern gewesen, insbesondere mit Oberbürgermeister Markus Zwick und der Stadt Pirmasens im Themenfeld urbane Sicherheit, mit dem kriminalpräventiven Rat, der AG ExE und gemeinsamen Aktionen rund um den Exerzierplatz. Auch der Waldbrand in Rodalben 2023 stehe für sie sinnbildlich für den starken Zusammenhalt der Blaulichtfamilie. Ebenso hob sie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Zweibrücken sowie den Rückhalt im Kreis der Dienststellenleitungen und der Führungsgruppe der Direktion hervor.
Den emotionalen Mittelpunkt ihrer Rede bildete der Dank an Peter Kiefer. Schröder machte deutlich: „Er ist meine Vertrauensperson gewesen, hat mich mit Engelsgeduld in der Anfangszeit begleitet, beraten und unterstützt.“ Besonders hob sie seine Loyalität und seine Fähigkeit hervor, selbst bei hoher Belastung mit Humor Leichtigkeit in den Alltag zu bringen. „Du warst der Ruhepol, wenn meine Betriebstemperatur gestiegen ist“, sagte sie und fasste damit zusammen, was seine Rolle für sie ausgemacht habe: Verlässlichkeit, Menschlichkeit und Rückhalt in allen Höhen und Tiefen.
Oberbürgermeister Markus Zwick ordnete den Wechsel aus kommunaler Sicht ein. „Ein Wechsel bedeutet immer, dass sich eine Tür schließt und eine andere öffnet“, sagte er, betonte aber zugleich, dass die Zusammenarbeit mit Jacqueline Schröder von Vertrauen, Offenheit und dem gemeinsamen Willen geprägt gewesen sei, Dinge voranzubringen. Sein Appell war klar: „Vergessen Sie Pirmasens nicht, Frau Schröder, und wir vergessen Sie in Pirmasens nicht.“ Gleichzeitig blickte er nach vorne und zeigte sich überzeugt, dass man mit Stefan Reiser nahtlos an diese Zusammenarbeit anknüpfen könne.

Der örtliche Personalrat, Dirk Bißbort, fand persönliche Worte für die beiden Protagonisten: Wehmut über das Gehen, Freude über das Kommen. Mit Blick auf den neuen Inspektionsleiter äußerte er den Wunsch nach einer offenen, vertrauensvollen Zusammenarbeit und einer belastbaren Gesprächsbasis.
„What a Wonderful World“ lauteten, neben einem Abba-Medley, dem James-Bond-Titelsong „Skyfall“ und „I Did It My Way“, die von Reiser und Schröder gewünschten Musikstücke, die vom Blechbläserquintett des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Markus Privat vorgetragen wurden. Zusammengefasst sagt diese Auswahl viel über die beiden Hauptakteure der gelungenen Veranstaltung aus.
Titelbild: (v.l.n.r.) Markus Zwick, Stefan Reiser, Jacqueline Schröder, Christoph Gastauer und die Kreisbeigeordnete Martina Wagner.
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