- Beiträge
- Gästeführungen laden 2026 zu Zeitreisen durch Pirmasens ein

Gästeführungen laden 2026 zu Zeitreisen durch Pirmasens ein
von psst!-RedaktionGeschichte ist in Pirmasens allgegenwärtig – in Straßen, Gebäuden und Erzählungen. Dass dieses Interesse ungebrochen ist, zeigen die offenen Gästeführungen, an denen im vergangenen Jahr 229 Menschen teilgenommen haben. Auch 2026 wird die Stadtgeschichte wieder lebendig vermittelt: Zwischen Februar und November stehen zehn Führungen auf dem Programm, die unterschiedliche Facetten der Siebenhügelstadt beleuchten.
Konzipiert wurde das Angebot von Stadtarchivarin Heike Wittmer gemeinsam mit Norman Salzmann und Peter Felber in enger Abstimmung mit den 15 ehrenamtlichen Gästeführern. Neben bewährten Themen warten mehrere neue Formate und besondere Perspektiven auf die Teilnehmer.
Auftakt mit amerikanischer Geschichte auf der Husterhöhe
Den Auftakt macht am 7. Februar die Bustour „Stars and Stripes, Hightech und Fußball“. Im Mittelpunkt steht die Husterhöhe, deren Entwicklung vom US-Militärstandort hin zu einem modernen Bildungs-, Wirtschafts- und Sportzentrum nachgezeichnet wird. Während der zweistündigen Stadtrundfahrt erfahren die Teilnehmer mehr über die Zeit der amerikanischen Garnison und den Wandel hin zu einem lebendigen Stadtteil mit Hochschule, Forschungsinstituten, Unternehmen, Automeile und Sportanlagen. Treffpunkt ist der Busbahnhof in der Schäferstraße.

Stadtgeschichte aus weiblicher Perspektive
Am 7. März folgt mit „Karoline erzählt“ eine Führung der besonderen Art. Anlässlich des 305. Geburtstags von Karoline von Hessen-Darmstadt und des 285. Jahrestags ihrer Hochzeit mit Landgraf Ludwig XI. wird die Geschichte Pirmasens aus der Perspektive der Landgräfin erzählt. Briefe und historische Quellen geben Einblick in ihr Denken, ihre Interessen und ihre Rolle im politischen und gesellschaftlichen Gefüge des 18. Jahrhunderts. Die Führung findet im Stadtmuseum Altes Rathaus sowie als Vortrag im Landgrafensaal statt.
Schulgeschichte als Spiegel des Stadtwachstums
Unter dem Titel „Wo Wissen beginnt“ widmet sich die Führung am 4. April der Entwicklung der Pirmasenser Schulen. Industrialisierung, Stadterweiterung und Bildungspolitik greifen hier ineinander. Schulgebäude aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erzählen von einer Epoche des Umbruchs, in der Bildung zunehmend als gesellschaftliche Aufgabe verstanden wurde. Treffpunkt ist das Stadtmuseum Altes Rathaus.

Mitmachführung für Kinder
Auch junge Entdecker kommen nicht zu kurz. Am 2. Mai richtet sich die Führung „Das Handwerk des Schuhmachers“ speziell an Kinder im Grundschulalter. Nach einem Streifzug zu Schlossbrunnen, Schusterbrunnen und Schuhmuseum erfahren die Kinder, wie Schuhmacher früher gearbeitet haben. Zum Abschluss gestalten sie selbst kleine Lederarbeiten zum Mitnehmen.

Militärgeschichte und Grenadiere
Am 6. Juni geht es bei „Trommelschlag und Exerzieren“ zurück in das 18. Jahrhundert. Die Führung beleuchtet die Zeit, in der Pirmasens zur Garnisonsstadt ausgebaut wurde. Im Fokus stehen Landgraf Ludwig IX. und die Pirmasenser Grenadiere, deren Präsenz das Stadtbild ebenso prägte wie das gesellschaftliche Leben.
Mundart und alte Gassen
Eine sprachliche und geografische Reise erwartet die Teilnehmer am 4. Juli bei der Mundartführung „Uff de Spure von de Alt Bärmesenser“. Vom Wedebrunnen aus geht es durch alte Gassen und verschwundene Straßen. Anekdoten, Redewendungen und Texte regionaler Mundartdichter vermitteln Geschichte mit Humor und Herz – vollständig im Bärmesenser Dialekt.
Industriegeschichte rund um Leder und Schuhe
Die Führung „Vom Leder zum Schuh“ am 1. August widmet sich einem prägenden Wirtschaftszweig der Stadt. Nachvollzogen wird der Weg von der Rohhaut bis zum fertigen Schuh, ergänzt durch Einblicke in die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Schuhmetropole. Treffpunkt ist der Eingang Strecktal in der Fröhnstraße.

Literatur im Stadtraum
Am 5. September steht mit dem „Literarischen Spaziergang“ eine Führung auf dem Programm, die Texte in Bewegung bringt. Gedichte und Erzählungen von Autoren wie Bertel Pardall, Elmy Lang, Ludwig Kieffer und Erneste Fuhrmann-Stone begleiten die Teilnehmer durch die Stadt. Sprache, Erinnerung und Orte verbinden sich zu einer literarischen Spurensuche.
255 Jahre Altes Rathaus
Ein architektonischer Höhepunkt folgt am 3. Oktober mit der Führung „Vom Grundstein bis zum Glockenturm“. Die Teilnehmer erfahren mehr über die Geschichte des Alten Rathauses seit der Grundsteinlegung 1771. Ein besonderes Highlight ist die Besichtigung des Glockenturms mit seinem historischen Glockenspiel. Die Führung dauert rund zwei Stunden.
Erinnern und Mahnen
Den Abschluss bildet am 7. November die Führung „Erinnerung bewahren“, die sich mit der Pogromnacht vom 9. November 1938 beschäftigt. Thematisiert werden die Zerstörung der Synagoge, die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung sowie konkrete Schicksale vor Ort. An verschiedenen Stationen im Stadtgebiet wird die Bedeutung jüdischen Lebens für Pirmasens sichtbar gemacht – und dessen gewaltsame Auslöschung.

Organisatorische Hinweise
Die offenen Gästeführungen finden jeweils am ersten Samstag des Monats von Februar bis November statt. Beginn ist immer um 14.30 Uhr. Die meisten Führungen dauern etwa 90 Minuten, die Bustour sowie die Führung am 3. Oktober jeweils 120 Minuten.
Der Teilnahmebeitrag beträgt sieben Euro für Erwachsene, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Für die Bustour werden 17 Euro erhoben, für die Führung „Vom Grundstein bis zum Glockenturm“ inklusive Museumseintritt 9,50 Euro. Für die Bustour ist eine Anmeldung erforderlich.
Weitere Informationen erteilt das Stadtarchiv unter 06331 / 842299 oder 842832 sowie online unter www.pirmasens.de/stadtarchiv.
Titelfoto: Sammlung / Stadtarchiv
Du willst mehr News aus Pirmasens? Abonniere jetzt kostenlos den Newsletter und erhalte die neusten Nachrichten aus der Stadt bequem ins Mail-Postfach. Einfach hier klicken: