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Geschichte lebendig erzählt: Historischer Verein startet mit starkem Programm ins zweite Halbjahr

von psst!-Redaktion

Der Historische Verein Pirmasens e. V. lädt im zweiten Halbjahr 2025 erneut zu einem abwechslungsreichen und wissenschaftlich fundierten Veranstaltungsprogramm ein. Mit Vorträgen, einer hochkarätigen Exkursion und einem Jubiläumsabend zum 100-jährigen Bestehen richtet sich das Angebot an alle historisch Interessierten der Region – ob Laie, Heimatforscher oder akademisch geschulter Geschichtsfreund.

Politische Konflikte, Jugendprotest und NS-Unrecht

Den Auftakt macht am 25. August der Historiker Stefan Schaupp mit seinem Vortrag „Bewegte Zeiten – die SPD und ihr Kampf für die Reichseinheit 1918–1923“. Darin beleuchtet er die Haltung der Sozialdemokratie in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und ihre Position gegenüber separatistischen Tendenzen in der Pfalz. Die Veranstaltung knüpft an aktuelle Debatten über Identität, Demokratie und Geschichtsbewusstsein an.

Mit einem ungewöhnlichen und sozialgeschichtlich relevanten Thema geht es am 22. September weiter: Der Mannheimer Historiker Maximilian Spanier spricht über die Jugendzentrumsbewegung der 1970er Jahre. Unter dem Titel „Der Worte sind genug gewechselt – lasst uns nun endlich Häuser sehen!“ zeichnet er nach, wie junge Menschen in der Pfalz selbstverwaltete Räume forderten – eine Bewegung, die bis heute Spuren hinterlassen hat.

Bild zum Vortrag Jugendzentrumsbewegung der 1970er Jahre am 22. September 2025: Demoaktion am Exerzierplatz zur Forderung nach einem Jugendhaus in Pirmasens 1973-74. Foto: Wolfgang Runck

Am 25. Oktober widmet sich Dr. Joachim Schäfer einem besonders dunklen Kapitel der Pirmasenser Stadtgeschichte. In seinem Vortrag „Die Raubzüge der Saarpfälzischen Vermögensverwertungsgesellschaft GmbH“ stellt er die systematische Enteignung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger während der NS-Zeit dar – basierend auf Recherchen für sein aktuelles Buch. Ein bedrückender, aber wichtiger Beitrag zur regionalen Aufarbeitung.

Exkursion in die Antike

Ein Höhepunkt des Herbstprogramms ist die Tagesexkursion am 12. Oktober zur Landesausstellung „Marc Aurel“ nach Trier. Die Teilnehmer besuchen sowohl das Rheinische Landesmuseum als auch das Stadtmuseum Simeonstift. Beide Ausstellungen thematisieren Leben und Denken des römischen Kaisers und Philosophen, seine Politik und seine Rezeption in Kunst und Philosophie. Ein römisches Mittagessen in der Weinstube Zum Domstein rundet den Tag ab. Die Teilnahme kostet 25 Euro pro Person (Mittagessen nicht inbegriffen), eine Anmeldung ist bis zum 21. September erforderlich unter Tel. 0176 84958253 oder per Mail an norman_salzmann@yahoo.de.

100 Jahre Vereinsgeschichte – Jubiläum im November

Krönender Abschluss des Halbjahresprogramms ist der Festvortrag zum 100-jährigen Bestehen des Historischen Vereins am 24. November. Vereinsvorsitzende Heike Wittmer wirft unter dem Titel „100 Jahre Historischer Verein Pirmasens e. V.“ einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der Institution – von der Gründung 1925 über das Engagement für das Heimatmuseum bis hin zur heutigen Rolle in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Persönliche Anekdoten und historische Quellen versprechen einen lebendigen, zugleich reflektierten Abend.

Alle Veranstaltungen im Carolinensaal – Eintritt frei

Die Vortragsveranstaltungen finden jeweils im Carolinensaal Pirmasens statt. Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen. Der Verein freut sich auf zahlreiche Besucher und ein geschichtsinteressiertes Publikum – auch außerhalb des Jubiläumsjahrs.


Titelbild: Postkarte Hotel Pfälzerhof. Foto zum Vortrag „100 Jahre Historischer Verein Pirmasens“: Im Lokal Pfälzer Hof trafen sich die Gründer des Vereins am 7. April 1925 zur Gründung des „Vereins für Heimatkunde“.


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