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Seit 2014 in dieser Form Museums-Kleinod in Pirmasens. Das Forum Alte Post. Foto: Pfalz.Touristik e. V.

Stadtrat: Dachsanierung und Sicherungsarbeiten in Hugo-Ball-Gymnasium und Schäferstraße

von Julia Schepp

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 10. November einstimmig Vergabeermächtigungen für umfangreiche Baumaßnahmen an zwei markanten Gebäuden erteilt. Für die Sanierung der Flachdächer am Hugo-Ball-Gymnasium wird eine qualifizierte Kostenschätzung von 755 000 Euro brutto festgestellt und dem Oberbürgermeister eine Vergabeermächtigung erteilt. Mit einer Karenz von 20 Prozent kann das verfügbare Auftragsvolumen auf bis zu 906 000 Euro ansteigen. Die Mittel sind im Investitionskonto für die Sanierung des Gymnasiums vorgesehen.

Warum die Sanierung nötig ist

Bei dem Schulgebäude sind die beiden Flachdächer der Gebäudeteile D und E betroffen, insgesamt rund 1 200 Quadratmeter. Auf den Dächern liegt eine Kiesschüttung auf einer maroden Bitumenabdichtung, mit wiederkehrenden Undichtigkeiten und Schäden in den darunterliegenden Räumen. Die Dämmung entspricht nicht den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes, was zu starken Überhitzungen im Sommer und Wärmeverlusten im Winter führt. Betroffen sind im Gebäudeteil D insbesondere die Musiksäle, in E die Verwaltungsbereiche mit Sekretariat und Lehrerzimmern.

Geplante Arbeiten und technische Lösungen

Vorgesehen ist ein Neuaufbau der Dachkonstruktion. Geplant sind die Aufbringung einer Gefälledämmung und neuer Abdichtung auf der Betondecke, die Umstellung der innenliegenden Entwässerung auf eine außenliegende Rinnenentwässerung, die Erneuerung der Lichtkuppeln sowie der Austausch des äußeren Blitzschutzes. Für die neue Entwässerung sind Anschlüsse an die vorhandenen Grundleitungen herzustellen. Die einzelnen Gewerke sollen getrennt ausgeschrieben werden; die Arbeiten sind so terminiert, dass Abbruch und Neuaufbau in den Sommerferien 2026 beginnen und bis Ende September 2026 abgeschlossen sein sollen. Die Planung zielt darauf ab, den Schulbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen und langfristig Wasserschäden sowie energetische Mängel zu beseitigen.

Baumaßnahme an der Schäferstraße 2

Das zweite Beschlussobjekt betrifft das stadtbildprägende Gebäude Schäferstraße 2. Nachdem das baufällige Mansarddach zurückgebaut und das Innere entkernt worden war, zeigte sich entgegen der Annahme keine massive Grenzwand, sondern eine dünne, fachwerkähnliche Wand. Diese kann nicht als statisch tragendes Bauteil genutzt werden. Deshalb ist nun eine vertikal ausgeführte Stahl-/Holzkonstruktion zur Aussteifung zwingend erforderlich. Zusätzlich wird eine Zwischendecke mit neuen Auflagern eingebracht. Beim Abbruch traten Ausbrüche in Sandsteinwänden zutage, viele Tragbalken sind stark geschädigt oder fehlen, sodass Hohlräume mit Beton verfüllt und Betonauflager angeordnet werden müssen.

Die überarbeitete Kostenschätzung steigt vor diesem Befund deutlich an; die Gesamtaufwendungen werden nun bei rund 387 500 Euro brutto veranschlagt. Die Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Schätzung resultieren im Wesentlichen aus der aufwändigeren Aussteifung der Wand, der Herstellung der Zwischendecke und den erforderlichen Rohbauarbeiten. Der Rückbau und die Entkernung wurden bereits mit rund 115 000 Euro umgesetzt; weil Gefahr in Verzug bestand, mussten außerhalb der ursprünglichen Schätzung Aufträge vergeben werden. Die Sicherungsarbeiten sollen die Fassade erhalten und eine spätere Nachnutzung ermöglichen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Produktkonto für Ordnungsmaßnahmen im Stadtgebiet; die Vergaben erfolgen gemäß den einschlägigen Vergabebestimmungen.


Titelfoto: Pfalz Touristik e. V.


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