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Weltfrauentag

Internationaler Frauentag: Zwischen historischer Bewegung und aktuellen politischen Debatten

von Julia Schepp

Heute, dem 8. März, wird weltweit der Internationale Frauentag begangen. Der Tag steht für den Einsatz für gleiche Rechte von Frauen und Männern, für bessere Arbeitsbedingungen und für gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig erinnert er daran, dass viele Ziele der Gleichstellung noch immer nicht erreicht sind.

Ursprung in der Arbeiterbewegung

Seine Wurzeln hat der Internationale Frauentag in der Arbeiterbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Frauen kämpften damals vor allem für bessere Arbeitsbedingungen, das Wahlrecht und politische Mitbestimmung. Eine wichtige Rolle spielte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin. Sie schlug 1910 auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen vor, einen weltweiten Frauentag einzuführen.

Bereits 1911 wurde der Tag erstmals in mehreren europäischen Ländern begangen. Hunderttausende Frauen gingen auf die Straße, um für das Wahlrecht und soziale Rechte zu demonstrieren. In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht schließlich 1918 eingeführt.

Das Datum 8. März setzte sich später international durch. Hintergrund waren Proteste von Arbeiterinnen in Russland im Jahr 1917, die ebenfalls am 8. März stattfanden und politische Veränderungen auslösten. Seit 1975 wird der Internationale Frauentag auch offiziell von den Vereinten Nationen begangen.

Gleichstellung weiterhin politisches Thema

Auch heute ist der Frauentag für viele Politiker und Organisationen Anlass, auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner betont in einer aktuellen Stellungnahme, dass Gleichstellung weiterhin aktiv erkämpft werden müsse. „Frauen haben ein Recht auf Gleichstellung – und das in allen Lebensbereichen. Nach wie vor übernehmen Frauen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. Hier gibt es ein strukturelles Problem, das endlich gelöst werden muss.“

Glöckner verweist unter anderem auf die geschlechtsspezifische Lohnlücke und politische Vorhaben, diese zu verringern. „Außerdem wollen wir die geschlechtsspezifische Lohnlücke von derzeit 16 Prozent weiter schließen. Dafür werden wir bis Juni 2026 die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz in nationales Recht umsetzen und für mehr Entgeltklarheit und bessere Rechtsdurchsetzung sorgen“, erklärt sie.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Schutz von Frauen vor Gewalt. „Frauen haben ein Recht auf Gewaltschutz. Das Gewalthilfegesetz, das im Januar 2025 verabschiedet wurde und einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für von gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder vorsieht, war ein Meilenstein im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt“, sagt die Abgeordnete.

Tag der Erinnerung und der Forderungen

Der Internationale Frauentag ist heute sowohl Gedenktag als auch politischer Aktionstag. In vielen Städten finden Veranstaltungen, Demonstrationen und Diskussionsrunden statt. Sie erinnern an historische Errungenschaften wie das Frauenwahlrecht, machen aber auch auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam.

Mehr als ein Jahrhundert nach den ersten Demonstrationen steht der Tag weiterhin für die Forderung nach gleichen Chancen, gleicher Bezahlung und einem wirksamen Schutz vor Gewalt. Wie Angelika Glöckner es formuliert: „Gleichstellung kommt nicht von allein. Frauenrechte müssen erkämpft, verteidigt und gestärkt werden.“


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