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Kommunen schlagen Alarm wegen Rekorddefizit
von psst!-RedaktionSpitzenvertreter aus zahlreichen deutschen Städten und Kreisen, darunter auch Pirmasens, wenden sich mit einem eindringlichen Appell an die Bundesregierung. In einem gemeinsamen Schreiben fordern sie eine jährliche Entlastung der Kommunen in Höhe von rund 32 Milliarden Euro.
„Wir verlieren Handlungsfähigkeit“
Unterzeichnet wurde der Brief von mehr als 50 Oberbürgermeistern, Bürgermeistern, Landräten und Kämmerern aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie warnen vor einer zunehmend angespannten finanziellen Lage in ihren Kommunen. In ihrem Schreiben schildern sie konkrete Folgen: marode Straßen, sanierungsbedürftige Schulen und fehlende Mittel für notwendige Investitionen.
Die Vertreter des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ betonen, dass viele Probleme seit Jahren bekannt seien, jedoch aufgrund fehlender finanzieller Spielräume nicht behoben werden könnten.
Rekorddefizit belastet Städte und Gemeinden
Hintergrund des Hilferufs sind aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach lag das Defizit der Kommunen im vergangenen Jahr bei 31,9 Milliarden Euro. Innerhalb von nur drei Jahren ist dieser Wert deutlich gestiegen.
Die Unterzeichner sehen darin eine strukturelle Unterfinanzierung. Diese gefährde nicht nur die kommunale Infrastruktur, sondern auch das gesellschaftliche Klima vor Ort.
Warnung vor gesellschaftlichen Folgen
In dem Schreiben wird zudem ein Zusammenhang zwischen finanzieller Not und politischer Entwicklung gezogen. Kommunen mit besonders angespannter Haushaltslage verzeichneten häufiger starke Ergebnisse für populistische und extremistische Parteien.
Forderung nach schneller Hilfe
Die Kommunalvertreter fordern Bund und Länder auf, kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen. Ziel sei eine dauerhafte finanzielle Entlastung, um die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden wiederherzustellen.
Dem Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ gehören 73 Kommunen aus acht Bundesländern an, darunter mehrere Städte aus Rheinland-Pfalz. Insgesamt sind rund zehn Millionen Menschen betroffen.