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Luisenstrasse

Kulturtipp: Strukturen in Bewegung in der Kreisgalerie

von psst!-Redaktion

Neue Ausstellung „Struktur schafft Bewusstsein“ ab 11. Januar in Dahn

Mit der Ausstellung „Struktur schafft Bewusstsein“ zeigt die Kreisgalerie Südwestpfalz vom 11. Januar bis 8. Februar 2026 Werke des Künstlers Klaus Kadel-Magin. Die Präsentation ist dienstags bis sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Die feierliche Vernissage findet am Sonntag, 11. Januar, um 11 Uhr statt. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom Bläserensemble Brassless der Kreismusikschule Südwestpfalz, der Künstler selbst führt in seine Arbeiten ein und steht für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung.

Linien, die sich entziehen

Kadel-Magins künstlerischer Ansatz basiert auf der Idee einer Struktur, die sich ständig weiterentwickelt, überlagert und nie vollständig greifbar ist. Seine Werke bestehen aus linienhaften Geflechten, die sich in immer neuen Variationen über das Blatt oder den Stoff ziehen – nur um sich im nächsten Moment wieder aufzulösen. „Das Gestaltungsprinzip ist kontinuierlich im Fluss“, beschreibt der Künstler selbst seine Arbeit. Die Kunst sei eine Visualisierung des Nicht-Fassbaren – das Ergebnis: eine faszinierende Kette aus Formen und Strukturen, die sich der eindeutigen Deutung entziehen.

Künstlerisches Schaffen zwischen Siebdruck, Austausch und Mode

Klaus Kadel-Magin ist seit 1987 künstlerisch aktiv. Über 20 Jahre war er Mitglied – davon zehn Jahre lang Vorsitzender – des Vereins Kunstprozesse. Seit 2007 arbeitet er im lothringischen Künstlerhaus Artopie in Meisenthal, wo er sein Atelier mit namhaften französischen Künstlern wie Damien Deroubaix und Jérôme Zonder teilt. Der interdisziplinäre Austausch mit belgischen, französischen und deutschen Kreativen prägt seine Entwicklung bis heute. Insbesondere in der Technik des Siebdrucks hat Kadel-Magin eine ganz eigene Handschrift entwickelt, die er kontinuierlich weiterentwickelt.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei auch der Städtepartnerschaft zwischen Pirmasens und Poissy, für die sich der Künstler immer wieder engagiert. In der Kreisgalerie war er zuletzt 2022 gemeinsam mit Jean-Marie Péchenart zu sehen. Die von beiden geschaffene Siebdruckserie, in der sie ihre Werke übereinanderlegten, setzt Kadel-Magin nun mit dem französischen Künstler Philippe Orville fort.

Wenn Kunst tragbar wird: Das suprematistische T-Shirt

Eine besondere Position in der Ausstellung nimmt die sogenannte Fashionreihe ein: bedruckte Second-Hand-Shirts, bei denen sich Kadel-Magin auf reduzierte Elemente wie eine einzelne Linie oder ein Rechteck konzentriert – ohne Text, ohne Logo. Der Künstler bezeichnet die Stücke selbst als suprematistische T-Shirts. Die einfache Form soll den Fokus bewusst auf den Träger lenken. „Das suprematistische T-Shirt wird die Welt verändern, weil es die Blicke auf den Träger lenkt und seinen Mikrokosmos transformiert“, sagt Kadel-Magin mit einem Augenzwinkern – und fügt hinzu: „Es entsteht ein Erkenntnisgewinn für jeden, der das T-Shirt trägt.“

Ausstellung auf einen Blick:
📍 Kreisgalerie Südwestpfalz, Dahn
🗓 11. Januar – 8. Februar 2026
🕒 Dienstag bis Sonntag, 15–18 Uhr
🎺 Vernissage: 11. Januar, 11 Uhr, mit Musik von „Brassless“
🎨 Künstlergespräch mit Klaus Kadel-Magin zur Eröffnung
🎟 Eintritt frei


Titelbild: Raum schafft Bewusstsein: Mit Schellack und Siebdruck überarbeitete Tapete einer lange verlassenen Wohnung in der Luisenstraße 35. Foto: Klaus Kadel-Magin


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