Beitrag
Barcamp Titelbild

Lernkultur im Wandel: Master-Studierende entwickeln kreative Ideen für WASGAU-Märkte

von Julia Schepp

Wie kann eine Kultur des lebenslangen Lernens in Zeiten digitaler Transformation konkret aussehen – gerade für Mitarbeitende im Lebensmitteleinzelhandel? Mit dieser Frage haben sich Masterstudierende aus verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau im Sommersemester 2025 beschäftigt. Im Rahmen eines Transferprojekts des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, angesiedelt am Lehrstuhl für Personalmanagement, Führung und Organisation unter Leitung von Prof. Dr. Tanja Rabl und organisiert mit Unterstützung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Michaela Roßmeier, wurde in enger Zusammenarbeit mit der WASGAU AG eine Vielzahl kreativer Ideen entwickelt.

Das Barcamp zur Vorstellung und Weiterentwicklung der Projekte wurde in den Tagungsräumen der WASGAU AG Zentrale in Pirmasens veranstaltet. Foto: WASGAU AG

Das Projekt ist Teil der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz, einem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ geförderten Verbundvorhaben. Ziel der Allianz ist es, den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu stärken und insbesondere Impulse für digitale Innovationen in der Region zu setzen. Partner der Allianz sind neben der RPTU auch die Hochschule Kaiserslautern, das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) sowie das Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe (IVW).

Transferprojekt mit Praxisnähe

Die Studierenden führten Interviews mit Mitarbeitenden, Führungskräften und Personalverantwortlichen in vier WASGAU Frischemärkten und beobachteten den Arbeitsalltag vor Ort. So entstand ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen im Tagesgeschäft – eine wichtige Basis für die Entwicklung tragfähiger, alltagsnaher Lösungsideen.

Am Dienstag, den 22. Juli, fand schließlich das große Barcamp in den Schulungsräumen von WASGAU in Pirmasens statt. In mehreren Workshop-Sessions, sogenannten World-Cafés, wurden die Ergebnisse in engem Austausch mit WASGAU-Mitarbeitenden weiterentwickelt. Der Tag bot Raum für Austausch, Evaluation und ko-kreative Zusammenarbeit.

Die kreativen Lego®-Modelle visualisieren die Ideen der Studenten. Foto: Schepp

Ein besonderes Highlight: Alle acht studentischen Gruppen hatten im Vorfeld ihre Ideen nicht nur theoretisch ausgearbeitet, sondern auch im Rahmen des Design-Thinking-Ansatzes greifbar gemacht – in Form von Lego®-Modellen, die bei den Präsentationen anschaulich vorgestellt wurden. Diese prototypischen Visualisierungen veranschaulichten etwa digitale Lernstationen für Mitarbeitende im Markt oder neue Kommunikationswege im Team.

Mit den Lego®-Modellen werden die teils abstrakten Projektideen greifbar gemacht. Foto: Schepp

App-Ideen, QR-Codes und kreative Belohnungssysteme

Alle der entwickelten Konzepte setzten auf digitale Tools, um Motivation und Weiterbildungsbereitschaft im Arbeitsalltag zu fördern. So schlugen mehrere Gruppen App-basierte Lösungen vor, die unter anderem absolvierte Schulungen in Punkte umwandeln, um spielerische Wettbewerbsmomente zwischen einzelnen Märkten zu erzeugen. Auch die Idee von QR-Codes, die im Markt platziert sind und beim Scannen kompaktes Wissen vermitteln – sowohl für Mitarbeitende als auch für Kunden – war ein Ansatz. Weitere reichten von digitalen Plattformen zur Stärkung von Soft Skills über Sprachlernmodule mit spezifischem, im Berufsalltag benötigtem, Wortschatz (inklusive Dialekt-Anteilen) für Marktmitarbeitende bis hin zu interaktiven Lerninseln direkt in den Filialen.

Nach jeder Präsentation konnten die Teilnehmenden des Barcamps per QR-Code an einer anonymen Umfrage teilnehmen und so direkt Feedback geben. Am Ende des Tages wurden die im Laufe des Tages angepassten Projekte präsentiert. Auch wenn keines der Konzepte eins zu eins übernommen werden wird, sollen verschiedene Elemente aus den Projekten in die Praxis einfließen.

Die QR-Codes leiten alle Teilnehmenden zu einer Umfrage zum jeweiligen Projekt weiter. Foto: Schepp

Ein Gewinn für beide Seiten

Die Rückmeldungen aus dem Unternehmen fielen durchweg positiv aus. Besonders geschätzt wurde der frische Blick von außen: Die Studierenden hätten Dinge benannt, die intern oft schwer zu erkennen sind, hieß es aus WASGAU-Kreisen. Die entwickelten Lösungen seien praxisnah und könnten das bestehende Weiterbildungsangebot sinnvoll ergänzen.

Prof. Dr. Tanja Rabl betonte den Wert solcher Transferformate: „Die Studierenden lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse auf reale Fragestellungen anzuwenden. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von innovativen Impulsen.“ Mit dem Transferprojekt ist es gelungen, den Anspruch der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz konkret umzusetzen: neue Wege des Lernens und Zusammenarbeitens aufzuzeigen – und das mitten in der Region.


Du willst mehr News aus Pirmasens? Abonniere jetzt kostenlos den Newsletter und erhalte die neusten Nachrichten aus der Stadt bequem ins Mail-Postfach. Einfach hier klicken: