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Fernwärmeversorgung

Müllheizkraftwerk hält Pirmasens warm

von psst!-Redaktion

Die Fernwärmeversorgung in Pirmasens steht auch in den kommenden Jahren auf einer verlässlichen Grundlage. Mit einem langfristigen Wärmeliefervertrag sichern die Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH und die EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH die Lieferung von Wärme aus dem Müllheizkraftwerk. Die Vereinbarung schafft Planungssicherheit für die Stadt, ihre Bürger und die kommunale Wärmeplanung.

Der Vertrag wurde bereits im Dezember 2025 geschlossen und nun offiziell unterzeichnet. Er verfügt über eine langfristige Laufzeit mit Verlängerungsoption und ersetzt die zuvor befristeten Vereinbarungen.

Planungssicherheit für Stadt und Energieversorger

Für die Stadtwerke Pirmasens bedeutet der neue Vertrag einen zentralen Baustein für die weitere Entwicklung der Fernwärme. Bestehende Kunden können dauerhaft versorgt werden, zugleich eröffnet die Vereinbarung Spielräume für den Ausbau des Netzes und für neue Anschlüsse.

Geschäftsführer Christoph Dörr betont die Bedeutung der langfristigen Partnerschaft:
„Wir haben bereits in der Vergangenheit vertrauensvoll und stets zuverlässig zusammengearbeitet. Umso dankbarer sind wir, dass wir dieses Arrangement nun nochmals ausbauen können.“ Zugleich verweist Dörr auf die schwierigen Rahmenbedingungen: „Die Verhandlungen haben sich wegen fehlender gesetzlicher Leitplanken in Bezug auf die Anerkennung von Fernwärme als grüne Wärme als kompliziert erwiesen.“ Kritik richtet sich dabei an die Politik. „Diesen Schuh muss sich jedoch die Politik anziehen, die es bis jetzt noch nicht geschafft hat, hierzu verlässliche Vorgaben zu verabschieden.“

Abwärme wird konsequent genutzt

Auch für den Betreiber des Müllheizkraftwerks ist der Vertrag von großer Bedeutung. Die gesicherte Abnahme der Wärme erlaubt es EEW, die entstehende Abwärme dauerhaft und gezielt zu nutzen. Dadurch steigt der Gesamtwirkungsgrad der Anlage spürbar.

Technischer Geschäftsführer Michael Höling erklärt: „Die verlässliche Abnahme der Wärme ermöglicht es, die Abwärme des Müllheizkraftwerks noch effizienter zu nutzen und den Gesamtwirkungsgrad der Anlage weiter zu verbessern.“ Zugleich stärke der Vertrag den Standort Pirmasens und schaffe Planungssicherheit für weitere Investitionen. „Er zeigt, wie Abfallverwertung und kommunale Wärmeversorgung sinnvoll zusammenspielen können.“

Mehr Effizienz und weniger CO₂

Durch die Erneuerung der Turbine konnte die Energieeffizienz des Müllheizkraftwerks um bis zu 25 Prozent gesteigert werden. Die jährliche Stromerzeugung liegt inzwischen bei mehr als 110.000 Megawattstunden und deckt damit rechnerisch den Bedarf von über 30.000 Haushalten.

Die verbesserte Anlagentechnik führt zudem zu einer Reduzierung der CO₂ Emissionen um rund 10.000 Tonnen pro Jahr. Die Wärmelieferung hat dabei stets Vorrang. Erst wenn der Bedarf der Fernwärmekunden gedeckt ist, wird überschüssige Energie zur Stromerzeugung genutzt.

Blick in die Zukunft der Wärmeversorgung

Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk gilt im Sinne des Wärmeplanungsgesetzes als grüne Wärme. Für die Bürger bedeutet das, dass sie mit dem Bezug von Fernwärme automatisch die gesetzlichen Vorgaben zur nachhaltigen Wärmeversorgung erfüllen.

Spätestens ab 2045 muss die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbaren Quellen basieren. Der langfristige Vertrag bildet die Grundlage, um diesen Wandel schrittweise umzusetzen. Perspektivisch können weitere Bausteine wie grünes Gas, Wasserstoff, Großwärmepumpen oder zusätzliche Abwärmequellen in das bestehende System integriert werden.


Titelfoto: Stadtwerke Pirmasens


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