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Mutmaßlicher syrischer Kriegsverbrecher in Pirmasens festgenommen
von psst!-RedaktionEin 47-jähriger syrischer Mann wurde am Dienstag in Pirmasens festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, sich in seinem Heimatland schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht zu haben.
Laut Angaben der Bundesanwaltschaft soll der Mann von April 2011 bis April 2012 für den syrischen Geheimdienst gearbeitet haben – als Gefängniswärter in einer berüchtigten Haftanstalt in Damaskus. Dort soll er an zahlreichen Verhören beteiligt gewesen sein, bei denen Gefangene gefoltert wurden. Zu den Vorwürfen gehören unter anderem Schläge, Stromstöße, Kältemisshandlungen und das Zufügen von schweren körperlichen Schmerzen durch erzwungene Körperhaltungen. Mindestens 70 Häftlinge sollen unter diesen Bedingungen ums Leben gekommen sein.
Die Festnahme erfolgte in Pirmasens auf einem Parkplatz einer Sprachschule. Der Beschuldigte lebte seit 2021 mit seiner Familie in Deutschland, nachdem sie zuvor einige Jahre in der Türkei verbracht hatten. Er arbeitete in Pirmasens als Essensauslieferer und besuchte regelmäßig Deutschkurse.
Seine Ehefrau zeigte sich nach der Festnahme schockiert und wies alle Vorwürfe zurück. Sie erklärte, ihr Mann habe im syrischen Gefängnis keine Gefangene misshandelt, sondern lediglich organisatorische Aufgaben wie Leichentransporte übernommen. Laut ihren Angaben sei er sogar selbst später inhaftiert worden, weil er Gefangene zu human behandelt habe.
Die Familie spricht von einer möglichen Verwechslung und hofft auf eine umfassende und gerechte Aufklärung des Falls.
Der Verdächtige wurde dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt. Dieser setzte den Haftbefehl in Vollzug. Die Ermittlungen dauern an.
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