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Titelbild Paketposthalle

Pirmasens gestaltet um: Parkplätze, Pikopark und neues Jugendhaus

von Julia Schepp

Die Baustellenrundfahrt der Stadt am 27. Juni hat einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und umfangreich die aktuellen Maßnahmen im Stadtgebiet sind. Nach dem ersten Teil mit den großen Tiefbau- und Leitungserneuerungen folgen nun drei weitere Stationen, die vor allem auf Gestaltung, Aufenthaltsqualität und neue Nutzungskonzepte setzen. In der Nördlichen Ringstraße entsteht ein komplett neu strukturierter Straßenraum. An der Gasstraße wird eine Baulücke in einen Mini-Park verwandelt. Und in der ehemaligen Paketposthalle wird ein modernes Jugendhaus eingerichtet.

Nördliche Ringstraße: Sackgasse mit Konzept

Die Nördliche Ringstraße ist eine wenig beachtete Stichstraße – und doch steht hier eine große Umgestaltung an. Die rund 120 Meter lange Sackgasse wird auf einer Fläche von etwa 1.850 Quadratmetern grundlegend erneuert. Der Ausbau umfasst neben dem Straßenbelag auch die Straßenentwässerung sowie neue Beleuchtung. Die Bauarbeiten laufen bereits seit dem 7. April und sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. Rund 770.000 Euro brutto sind für den Straßenbau veranschlagt.

Der Umbau der Nördlichen Ringstraße ist fast beendet. Foto: Schepp

Der Ausbau erfolgt konventionell mit Rundbordsteinen, die Fahrbahn und Parkplätze sind bereits asphaltiert. Am Ende der Sackgasse entsteht ein Wendebereich für PKW. Im mittleren Abschnitt werden 20 Schrägparkplätze sowie 13 Längsparkplätze geschaffen – jeweils mit einem Behindertenstellplatz. Auch an Radfahrer wurde gedacht: Drei Radbügel werden am Eingang zur Straße installiert. Sechs neu gepflanzte Bäume sowie das erhaltene Grünbeet zur Treppe sorgen für mehr Aufenthaltsqualität. Die Beleuchtung übernehmen vier LED-Leuchten vom Typ „Luma“ mit acht Meter hohen Masten. Im Vorfeld hatte die Stadt bereits Kanal- und Leitungssysteme erneuert – zusammen mit der Modernisierung von Wasser-, Strom- und Fernwärmeleitungen belief sich dieser Teil auf rund 470.000 Euro. Zusätzlich kamen etwa 120.000 Euro für die Sanierung des Hauptkanals hinzu.

Neues Grün an der Kreuzung Gas- und Güterbahnhofstraße

Ein unscheinbares, aber umso symbolträchtigeres Projekt wird derzeit auf dem ehemaligen Grundstück Gasstraße 4 umgesetzt – dort, wo einst ein Eckgebäude stand, das 2020 abgerissen wurde. Die Stadt wandelt die brachliegende Fläche in einen kleinen Stadtpark um. Zwischen Gas- und Güterbahnhofstraße entsteht ein „Pikopark“, eine begrünte Fläche mit Bäumen, Staudenpflanzung und einem Schotterrasenstreifen, der sogar temporär als Parkplatz genutzt werden kann.

Aus diesem unschönen Gelände wird bald eine Grüne Idylle entstehen. Foto: Schepp

Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Innenstadt zu verschönern. Da eine vollständige Auffüllung des Grundstücks aus statischen Gründen nicht möglich ist – die Fassade der angrenzenden Bäckerei ist freistehend – wird mit Stützwänden gearbeitet, um eine teilweise Aufschüttung mit Baumsubstrat zu ermöglichen. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 42.000 Euro. Der Großteil der Pflanzmaßnahme wird mit KfW-Mitteln gefördert (90 Prozent). Die Ausführung übernehmen Auszubildende des Garten- und Landschaftsbaus unter Anleitung eines Vorarbeiters des städtischen Servicebetriebs. Baubeginn war am 16. Juni, bereits diesen Monat soll das Projekt abgeschlossen sein.

Paketposthalle: Jugendhaus in historischem Gewand

Eine der größten Hochbaumaßnahmen im Rahmen der diesjährigen Baustellenrundfahrt betrifft das Gelände der ehemaligen Hauptpost. Dort entsteht im historischen Paketpost-Gebäude ein neues Jugendhaus – und das in direkter Nähe zur bereits bestehenden Jugendherberge sowie zum Postdreieck. Die zwei Etagen der denkmalgeschützten Halle wurden vollständig entkernt und sollen künftig Raum für offene Jugendarbeit, Musik- und Medienangebote sowie Veranstaltungen bieten. Im Erdgeschoss sind Gruppenräume, ein Café und Kreativräume vorgesehen, im Untergeschoss ein großer Saal für Konzerte und Events inklusive Bühne, Lager und Sanitäranlagen.

Der Außenbereich der ehemaligen Paketposthalle. Foto: Schepp

Die Bauarbeiten laufen bereits seit dem 27. Mai 2024 und sollen voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten liegen bei rund 5,47 Millionen Euro. Davon übernimmt die öffentliche Hand nach aktueller Förderprüfung rund 90 Prozent – etwa 4,82 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil beträgt rund 653.000 Euro. Bereits erfolgt sind unter anderem der Rückbau schadstoffbelasteter Bauteile sowie die Vorbereitung der Haustechnik. Derzeit steht der Ausschreibungsstart für die Rohbauarbeiten unmittelbar bevor. Die Maßnahme ist Teil des städtebaulichen Entwicklungskonzepts, das Bahnhof und Innenstadt besser miteinander verbinden soll.

Das Gebäude soll bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen und ein neues Jugendhaus für Pirmasens entstanden sein. Foto. Schepp

Im dritten und letzten Teil unserer Serie zur Baustellenrundfahrt folgt demnächst der Neubau der städtischen Turnhalle in der Turnstraße – ein Projekt, das nicht nur sportlich, sondern auch architektonisch neue Maßstäbe setzen will.


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