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Raus in die Natur

Raus in die Natur: Wie ein Projekt Kinder und Jugendliche für Umwelt, Bewegung und Achtsamkeit begeistert

von Julia Schepp

Das Projekt „Raus in die Natur – Grün und Bewegung tut gut“ zeigt, wie vielfältig Naturpädagogik sein kann, wenn Kinder und Jugendliche selbst mitbestimmen dürfen. Unter der Leitung von Tina Sanio fanden in diesem Jahr rund 15 Workshops statt – vom Waldabenteuer über Naturkunst bis hin zu globalen Lernerfahrungen.

Das Konzept verbindet Naturerlebnisse, Bewegung, Kreativität und globales Lernen. Jede Einheit wird gemeinsam mit den teilnehmenden Kindern entwickelt – flexibel, partizipativ und immer orientiert an ihren Interessen. So entstanden im Laufe des Sommers und Herbstes ausgesprochen vielfältige Workshops.

Kreative Märchenbühnen und Baum-Actionspiele

In der Lern- und Spielstube am Sommerwald entschieden sich die Kinder für eine Mischung aus Theater und Naturabenteuer. Gemeinsam gestalteten sie eine gemalte Märchenbühne und entwickelten ein Bewegungsspiel dazu. Beim zweiten Treffen ging es auf eine Waldwanderung: Hauptbaumarten wurden bestimmt, Naturmaterialien gesammelt und in kleinen Actionaufgaben getestet – von „Finde etwas Spitzes“ bis „Suche etwas ganz Schweres“. Achtsamkeitsübungen rundeten die Einheit ab.

Mandalas, Naturkunst und Stille

Mit Kindern der Tagesklinik des Pfalzinstituts standen Ruhe und Wahrnehmung im Vordergrund. Die Gruppen arbeiteten im Neufferpark mit Naturmaterialien, legten Mandalas, beschäftigten sich mit Biodiversität und entdeckten auf spielerische Weise, welche Tiere wo auf der Welt leben. Meditation und Entschleunigung waren hier besonders wichtige Elemente.

Eine Stadt aus Stöcken – gebaut im Wald

Bei einem Workshop mit Kindern aus Pakt-Projekten stand eigentlich das Thema „Tiere im Wald“ auf dem Plan. Doch die Gruppe sprudelte vor eigenen Ideen. Aus Ästen, Steinen und Blättern entstand kurzerhand eine komplette Fantasie-Stadt mitten im Wald – ein Beispiel dafür, wie das Projekt spontane Kreativität gezielt aufgreift und fördert.

Jugendarbeit zwischen Quartier und Gemeinsinn

Beim Taschengeldprojekt an der Anton-Bruckner-Straße ging es zunächst darum, das Außengelände zu beurteilen und Wünsche für Verbesserungen zu sammeln. Schnell entwickelte sich daraus ein Gespräch über ältere Menschen im Wohnumfeld und darüber, wie Jugendliche sie unterstützen könnten. Beim zweiten Termin entstand eine Liste kleiner Hilfsangebote – von Wegen kehren bis Hilfe beim Tragen –, mit der die Gruppe eigene Ideen in den Stadtteil einbringen möchte.

Natur erleben trotz Regenwetter

Bei der Jugendfreizeit des CVJM mussten die Aktivitäten wegen schlechtem Wetter in die Räume verlegt werden. Mit Naturmaterialien aus dem Wald entstanden dennoch kreative Übungen: Bäume wurden aus Seilen gelegt, Blätter ertastet und auf spielerische Weise die Ökologie des Waldes vermittelt.

Orientierung ohne Handy – und ein „Waldmemory“

Mit einer kleinen Pfadfindergruppe ging es in ein Waldstück ohne Handyempfang. Im Fokus standen Wahrnehmung und Zusammenarbeit: Waldmemory, Pantomime, Bäume erkennen und kleine Naturspiele prägten den Nachmittag. Eine Mutter, die den Weg suchte, und ein entlaufener Esel, der plötzlich auftauchte, sorgten für charmante Randgeschichten.

Bauen, fühlen, entdecken

Mit der Tagesgruppe Jona entstanden ein Waldnest und ein Waldsofa aus Naturmaterialien. Außerdem beschäftigte sich die Gruppe spielerisch mit Kontinenten, Tierarten und globalen Zusammenhängen.

Visionen, Artenvielfalt und ein selbst gemaltes Memory

In der Spielstube am Wasserturm zeichneten die Kinder ihre Vision einer idealen Welt, sprachen über bedrohte Arten und gestalteten im Anschluss ein eigenes Memory-Spiel für ihre Einrichtung.

Auch in der Spielstube im Winzler Viertel stand Artenvielfalt im Mittelpunkt. Wegen des Wetters wurde zwischen Turnhalle und Gruppenraum gewechselt – am Thema hielten die Kinder dennoch begeistert fest.

Waldwanderung, Wasserexperimente und Naturboote

Die Jugendgruppe des Jugendhauses One in Niedersimten zog es vor allem ans Wasser. Beim Bau kleiner Naturboote lernten sie etwas über Strömung, Materialbeschaffenheit und Lebensräume am Bach. Ein besonders neugieriger Esel, der plötzlich auftauchte und sich den Kindern anschloss, sorgte für ein unerwartetes Highlight.

Klimawandel spielerisch erklärt

Der Abschlussworkshop im Paulus-Schülerhort widmete sich dem Klimawandel. Die Kinder erfuhren leicht verständlich, wie die Atmosphäre aufgebaut ist, warum CO₂ wichtig ist – und ab wann es zu viel wird. Mit flüssiger Kreide entstanden farbenprächtige Bilder rund um Erde, Raumfahrt und Klima.

Ein Projekt, das bleibt

„Raus in die Natur“ zeigt, wie vielfältig und wirkungsvoll Natur- und Umweltbildung sein kann – vom künstlerischen Arbeiten bis zu Wissen über Klima und Artenvielfalt, vom Waldsofa bis zum selbst konstruierten Segelboot aus Naturmaterialien. Vor allem aber zeigt das Projekt, wie viel Kinder und Jugendliche einbringen, wenn sie aktiv beteiligt werden.


Titelbild: Tina Sanio mit den Kindern inmitten eines Workshops. Foto: Pakt für Pirmasens


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