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Rotary Club Pirmasens schenkt 30 Schulanfängern faire Startchancen
von Julia ScheppSozialarbeiter schlagen Alarm – Rotarier reagieren mit Schulranzen-Spende für bedürftige Familien
Manche Kinder freuen sich unbeschwert auf die Einschulung. Andere hingegen starten mit leeren Händen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dass Eltern in prekären Lebenslagen oft weder finanziell noch organisatorisch in der Lage sind, ihre Kinder mit Schulmaterialien auszustatten, erleben die Kita-Sozialarbeiter in Pirmasens fast täglich. Umso wertvoller ist die Unterstützung, die der Rotary Club Pirmasens jetzt auf den Weg gebracht hat.
Im Rahmen der Aktion „Guter Start in die Schule“ übergab der Club am Donnerstag, 26. Juni 2025, insgesamt 30 hochwertige Schulranzen-Sets mit vollständiger Ausstattung an das Koordinationsbüro des Paktes für Pirmasens in der Marienstraße. Die Verteilung erfolgt über die Kita-Sozialarbeiterinnen und -Sozialarbeiter – also genau dort, wo die Not am deutlichsten sichtbar wird.
Vielen Familien fehlt es an Mitteln
„Wir erleben ganz, ganz viele Familien, bei denen einfach kein Geld für so einen Schulranzen da ist. Wenn man dann sieht, dass Kinder ohne Schultüte und ohne Schulranzen in die Schule kommen, ist einfach traurig für die Kinder“, heißt des von Seiten der engagierten Schulsozialarbeiter.
Neben dem finanziellen Mangel herrscht oft auch organisatorische Überforderung. „Die Eltern haben dann zum Beispiel nicht die Möglichkeit, sich im Vorfeld rechtzeitig zu kümmern. Und dann geht die Schule los, und die haben keine Schultüte, keinen Ranzen, gar nichts.“ Wie tief das Problem geht, zeigt ein besonders eindrücklicher Fall: „Da war eine Mama dabei, die hat gesagt, sie kann sich nur einen Ranzen leisten für ihre beiden Kinder leisten und die müssen sich den dann teilen.“
Der Rotary Club Pirmasens griff diese Hinweise sofort auf und ist bereit für weitere Projekte, wie zum Beispiel die Beschaffung von Schultüten. „Wir wollten kein langes Verfahren, sondern unbürokratisch helfen und so wollen wir das auch in Zukunft machen“, wird von Seiten des Rotary Clubs betont. Möglich wurde dies durch schnelle interne Beschlussfassung und ein gemeinsames Beschaffungsprojekt.
Hilfe, die ankommt – und sofort wirkt
Die Ausstattung ist vollständig: „Mit Federmäppchen, Stifte und Kleber, alles schon dabei.“ Ziel sei es, die Kinder mit einem positiven Gefühl in den neuen Lebensabschnitt starten zu lassen – ohne Scham oder soziale Ausgrenzung. Die Auswahl der Familien erfolgt gezielt und vertrauensvoll über das Kita-Netzwerk: „Es ist gut, dass die Leute vor Ort wissen, wo Bedarf ist. Da braucht es kein Formular – nur Vertrauen.“
Die Aktion des Rotary Clubs versteht sich als praktische Hilfe ohne Hürden: „Wir wollten das ganz unbürokratisch machen. Uns war wichtig, dass das alles hochwertig und gleichwertig ist“ sagt Dr. Thomas Neuberger, Präsident des Rotary Clubs. Er nimmt von dem Übergabetermin auch etwas mit. Die Kinder der Kita Ohmbach haben zum Dank für die Ranzen ein Plakat gemalt, dass laut Neuberger auf jeden Fall aufgehägt werden soll.

Gemeinschaftlich Verantwortung übernehmen
Die Aktion „Guter Start in die Schule“ zeigt, wie wirkungsvoll das Zusammenspiel von Sozialarbeit und bürgerschaftlichem Engagement sein kann. Wenn pragmatische Hilfe auf konkrete Bedarfe trifft, entstehen echte Chancen – ganz ohne bürokratische Hürden, aber mit umso mehr Herz und Verantwortung. Für die betroffenen Kinder beginnt das Abenteuer Schule damit nicht im Mangel, sondern mit einem Moment der Wertschätzung.
Titelbild von links nach rechts: Isabella Wagner, Elena Zwally (beide Schulsozialarbeiterinnen), Martina Fuhrmann, Dr. Thomas Neuberger, Achim Ropers (Rotary Club), Marko Burkhart, Arthur Birkholz (beide Schulsozialarbeiter). Foto: Schepp
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