- Beiträge
- Sagen und Spuk rund um Pirmasens Teil 7: Der Spuk in der Hexenklamm

Sagen und Spuk rund um Pirmasens Teil 7: Der Spuk in der Hexenklamm
von Julia ScheppDie Natur rund um Pirmasens ist nicht nur schön, sondern manchmal auch rätselhaft. Besonders dort, wo Wasser über Felsen springt, wo alte Hohlwege sich durch den Wald schlängeln und wo die Dämmerung früher kommt als anderswo. So ein Ort ist die Hexenklamm, ein romantischer Pfad durch den Hangwald am Rande der Stadt. Und wie der Name vermuten lässt, rankt sich auch hier eine Sage um das, was nicht sichtbar ist.
Eine Klamm mit einem unheimlichen Namen
Die Hexenklamm beginnt am Waldrand zwischen dem Pirmasenser Stadtteil Winzeln und dem Ort Ruppertsweiler. Der schmale Pfad führt über zahlreiche Holzbrücken und Stege entlang eines rauschenden Bachs, vorbei an kleinen Wasserfällen und bemoosten Stufen. Heute ist sie Teil eines beliebten Wanderwegs, der gerne auch Familien empfohlen wird. Doch ihr Name erinnert an Zeiten, in denen dieser Ort nicht als Ausflugsziel galt, sondern als Ort des Unheimlichen.
Der Fuhrmann und das Spiel der Hexen
Nach überlieferten Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert soll ein Fuhrmann einst spätabends mit seinem Wagen durch die Klamm gefahren sein. Die Strecke war damals noch nicht befestigt und galt als gefährlich, besonders nach Regen oder bei Dunkelheit. In jener Nacht aber, so heißt es, sei ihm der Weg plötzlich blockiert gewesen. Nicht durch Bäume oder Steine, sondern durch tanzende Lichter, die über dem Bach flackerten.
Zunächst hielt der Fuhrmann sie für Laternen von Waldarbeitern oder Hirten. Doch als er anhielt, verschwanden sie. Dann tauchten sie hinter ihm wieder auf. Die Pferde scheuten, der Wagen geriet ins Rutschen, und der Mann stürzte beinahe mit dem ganzen Gespann in den Bach. Erst am nächsten Morgen wurde er gefunden, allein, verwirrt, aber unverletzt. Vom Wagen fehlte jede Spur.
Die Leute im Dorf waren sich sicher. Das war das Werk der Hexen. Kein Mensch könne Lichter erscheinen und verschwinden lassen, Pferde so plötzlich aufschrecken und einen Wagen mitsamt Ladung verschwinden lassen, ohne Spuren zu hinterlassen.
Natur oder Spuk?
Heute vermuten viele, dass es sich um Irrlichter gehandelt haben könnte. Dabei handelt es sich um ein Naturphänomen, bei dem Gase aus feuchtem Boden in der Dämmerung leuchten. Auch Nebel, Lichtbrechung oder der Schreck eines Nachtgängers könnten eine Erklärung liefern.
Ob man an Hexen glaubt oder nicht, der Ort selbst bleibt besonders. Mit seinem kühlen Schatten, dem rauschenden Wasser und der stillen Ahnung, dass hier mehr ist als nur Wald und Stein.
Titelfoto: Pascal Dihé. Lizensiert durch die Attribution-Share Alike 4.0 International Lizenz
Du willst mehr News aus Pirmasens? Abonniere jetzt kostenlos den Newsletter und erhalte die neusten Nachrichten aus der Stadt bequem ins Mail-Postfach. Einfach hier klicken: