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Stadtführung erinnert an jüdisches Leben in Pirmasens
von psst!-RedaktionUnter dem Titel „Erinnern und mahnen“ lädt Gästeführer Michael Gaubatz am Samstag, dem 1. November, zu einem besonderen Rundgang durch die Pirmasenser Innenstadt ein. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde – ein stilles Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und ein Blick auf das Wirken jüdischer Mitbürger in der Stadt.
Gedenkweg als lebendige Erinnerung
Ausgangspunkt der Führung ist die Esplanade am Bahnhofsvorplatz, wo 2014 die zentrale Gedenkstätte für die verfolgten, vertriebenen und ermordeten Pirmasenser Opfer des NS-Regimes eingeweiht wurde. Von dort führt der Weg zu verschiedenen Stationen in der Innenstadt.
Mittlerweile wurden rund 50 Tafeln an 33 Standorten angebracht, die an Menschen und Ereignisse aus dieser Zeit erinnern – etwa an die Deportation nach Gurs 1940 oder an die Enteignung jüdischen Besitzes. Der Gedenkweg wird fortlaufend erweitert, aktuell umfasst er zehn Stationen, von denen einige erstmals im Rahmen der Führung vorgestellt werden.
Vom Aufstieg zur Zerstörung einer Gemeinde
Die Wurzeln der jüdischen Gemeinde in Pirmasens reichen bis in die Landgrafenzeit zurück. Über Generationen hinweg prägten jüdische Mitbürger das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt. Sie engagierten sich in Vereinen, führten Geschäfte, arbeiteten in der Schuhindustrie, als Ärzte oder Künstler.
Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten änderte sich alles: Viele Pirmasenser Juden wurden entrechtet, vertrieben oder ermordet. Mehr als 270 Menschen fielen den NS-Verbrechen zum Opfer.
Persönliche Schicksale im Fokus
Michael Gaubatz beleuchtet auf dem Spaziergang nicht nur die historischen Zusammenhänge, sondern auch die individuellen Schicksale der Verfolgten. Themen wie die sogenannte Arisierung und die systematische Enteignung werden ebenso behandelt wie das alltägliche Leben jüdischer Familien vor ihrer Vertreibung.
Informationen zur Teilnahme
Die offene Stadtführung „Erinnern und mahnen: Gedenkweg für die Opfer des Nationalsozialismus“ findet an Allerheiligen, Samstag, dem 1. November, statt.
- Treffpunkt: 14.30 Uhr am Stelendenkmal nahe dem Hauptbahnhof
- Dauer: ca. 90 Minuten
- Kosten: 7 Euro pro Person, Kinder bis 14 Jahre frei
- Anmeldung: beim Stadtarchiv unter 06331 842299
Titelbild: Die ausgebrannte Synagoge in der Alleestraße nach dem Novemberpogrom 1938. Foto: Sammlung Stadtarchiv
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