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Stadtjugendring Pirmasens – Gemeinsam stark für die Jugend
von Julia ScheppEin Netzwerk mit Tradition und Vision
Der Stadtjugendring Pirmasens wurde im Jahr 1948 offiziell gegründet – in einer Zeit, in der ehrenamtliche Strukturen nach dem Krieg vielerorts neu aufgebaut werden mussten. Schon zuvor hatte es lose, informelle Treffen jugendorientierter Organisationen in der Stadt gegeben. Über die Jahrzehnte entwickelte sich aus diesen Anfängen ein lebendiges Netzwerk, das bis heute den Puls der ehrenamtlichen Jugendarbeit in Pirmasens bestimmt.
Heute zählt der Stadtjugendring rund 40 Mitgliedsvereine sowie etwa zehn Kooperationspartner. Mitglied werden können alle Vereine und Organisationen, die aktive Jugendarbeit leisten oder dies in Zukunft beabsichtigen. Die Vielfalt reicht dabei von Sport- und Kulturvereinen über kirchliche Träger bis hin zu sozialen Initiativen.

Austausch, Unterstützung, Vernetzung
Zentraler Bestandteil der Arbeit sind regelmäßige Treffen der Mitgliedsorganisationen. Sie dienen der Abstimmung von Terminen, der Koordination gemeinsamer Projekte sowie dem offenen Austausch über Herausforderungen und Lösungen in der Vereinsarbeit. Der persönliche Kontakt ist dabei ein entscheidender Faktor: Viele Kooperationen entstehen informell – am Rande von Sitzungen oder durch kurze Rückfragen im direkten Gespräch.
Besonders geschätzt wird die gegenseitige Hilfe im Alltag. Ob Materialverleih, Know-how zu Fördermitteln oder Unterstützung bei Veranstaltungen – wer im Stadtjugendring engagiert ist, profitiert von einem tragfähigen Netzwerk.
Professionelle Strukturen mit Herz
Trotz seines ehrenamtlichen Charakters verfügt der Stadtjugendring über eine bemerkenswert professionelle Infrastruktur. Dreh- und Angelpunkt ist das Jugendbüro, das organisatorische Aufgaben übernimmt, den Materialverleih betreut und als feste Kontaktstelle für die Vereine fungiert. Es wird von einer hauptamtlichen Kraft geleitet, die zugleich selbst ehrenamtlich in der Vereinsarbeit verwurzelt ist – ein Modell, das Nähe zur Praxis garantiert.
Auch große Veranstaltungen wie der Kinderspieltag oder das Spielfest am Eisweiher werden hier koordiniert. Dabei ist die Beteiligung enorm: Viele Gruppen bringen sich aktiv ein, bereiten Programmangebote vor oder helfen beim Auf- und Abbau. Diese gemeinsamen Aktionen stärken nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern machen den Stadtjugendring auch in der Öffentlichkeit sichtbar.

Förderverein als zusätzliche Stütze
Im Jahr 2022 wurde ein Förderverein ins Leben gerufen, der dem Stadtjugendring zuarbeitet. Im Gegensatz zum Dachverband selbst, in dem nur Organisationen Mitglied werden können, steht der Förderverein auch natürlichen Personen offen. So können auch Einzelpersonen gezielt zur Unterstützung der Jugendarbeit in Pirmasens beitragen – sei es finanziell oder durch tatkräftige Mitarbeit.
Mit Hilfe dieses Fördervereins konnten in den letzten Jahren zahlreiche Anschaffungen realisiert werden – von Garnituren und Pavillons bis hin zu Spielgeräten. Diese stehen den Mitgliedsvereinen kostengünstig zur Verfügung und erleichtern insbesondere kleineren Organisationen die Durchführung von Events.
Bildung, Beteiligung und Integration
Neben der organisatorischen Arbeit engagiert sich der Stadtjugendring auch in der Qualifizierung ehrenamtlicher Kräfte. In Kooperation mit dem „Pakt für Pirmasens“ bietet er Schulungen zur Jugendleiter-Card (JuLeiCa) an. Hier werden Themen wie Aufsichtspflicht, Erste Hilfe, Jugendschutz und Öffentlichkeitsarbeit praxisnah vermittelt. Die Schulungen richten sich an aktive Jugendleiter ebenso wie an Neueinsteiger und tragen dazu bei, die Qualität der Jugendarbeit langfristig zu sichern.
Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Integration junger Menschen mit Migrationsgeschichte. Immer wieder gelingt es, Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung über Sport- und Freizeitangebote in bestehende Vereinsstrukturen zu integrieren. Gerade in Pirmasens, einer Stadt mit vergleichsweise hohem Migrationsanteil, ist dies ein wichtiger Beitrag zum sozialen Zusammenhalt.

Politische Mitwirkung auf Augenhöhe
Der Stadtjugendring ist nicht nur ein organisatorisches Netzwerk, sondern auch ein politisch relevanter Akteur. Zwei feste Sitze im städtischen Jugendhilfeausschuss sorgen dafür, dass Belange der Jugendarbeit in Entscheidungsprozesse einfließen. Besonders bei aktuellen Herausforderungen wie der gesetzlich geforderten Ferienbetreuung für Grundschulkinder wird deutlich, wie wichtig die Stimme des Ehrenamts in kommunalen Gremien ist.
Viele der anstehenden Aufgaben – von der Betreuung in den Ferien über Freizeitangebote bis hin zur Integration – wären ohne das ehrenamtliche Engagement der Vereine kaum zu stemmen. Der Stadtjugendring trägt maßgeblich dazu bei, dieses Engagement zu bündeln, zu koordinieren und langfristig tragfähig zu machen.
Herausforderung Zukunft
Trotz aller Erfolge steht auch der Stadtjugendring vor typischen Herausforderungen des Ehrenamts: Der demografische Wandel, der Rückgang des freiwilligen Engagements bei jungen Erwachsenen und der steigende organisatorische Aufwand setzen vielen Vereinen zu. Umso wichtiger ist es, tragfähige Strukturen zu schaffen, Weiterbildung anzubieten und neue Wege der Ansprache zu finden – etwa über Social Media, Vereinsplattformen oder innovative Formate.
Mit seiner über 75-jährigen Geschichte, seinen gewachsenen Strukturen und dem gelebten Miteinander ist der Stadtjugendring Pirmasens dafür bestens aufgestellt. Er zeigt, wie Ehrenamt gelingen kann – wenn Menschen zusammenarbeiten, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einer starken Zukunft für junge Menschen bauen.
Titelbild: Auf den Sportplätzen des Leibniz präsentierten Vereine ihr Angebot beim Kinderspieltag im April. Foto: Thomas Müller
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