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Stadtrat

Stadtrat gibt Startschuss für Picopark an der Kaffeetreppe

von Julia Schepp

Teil 3 zur Stadtratssitzung vom 12. Mai – weitere Berichte folgen im Laufe der Woche!

Ein städtisches Stück Zukunft zwischen Innenstadt und Strecktal

Mit dem Beschluss zur Errichtung eines sogenannten Picoparks an der historischen Kaffeetreppe hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 12. Mai ein kleines, aber wegweisendes Projekt auf den Weg gebracht. Einstimmig votierten die Ratsmitglieder für die Leistung einer außerplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 201.000 Euro – vollständig finanziert durch Fördermittel.

Ein neuer Park auf historischer Verbindung

Die Kaffeetreppe verbindet die Fußgängerzone in der Hauptstraße mit dem Wedebrunnen am Eingang zum Strecktalpark. Die schmale Verbindung ist nicht nur stadtgeschichtlich bedeutsam – sie wurde früher von den Beschäftigten der Schuh- und Gerbereibetriebe auf dem Weg zur Arbeit genutzt –, sondern hat auch als grünes Band zwischen Innenstadt und Naherholungspotenzial. Doch die angrenzende Grünfläche ist bislang vernachlässigt und nicht barrierefrei erreichbar.

Hier setzt das neue Projekt an: Im oberen Bereich der Kaffeetreppe wird mit dem Picopark ein multifunktionaler und ökologisch wertvoller Stadtraum entstehen. Die Idee: Auf kleinstem Raum möglichst viele Nutzungen zu vereinen – von Aufenthaltsbereichen über gärtnerische Selbstversorgung bis hin zu naturnaher Begrünung.

Grün statt Grau: Klimaschutz in Miniaturformat

Das Konzept sieht die Entsiegelung von Asphaltflächen, die Anlage von naturnahen Wiesen, Schattenplätzen und einen kleinen Bürgergarten vor. Ziel ist es, in der dicht bebauten Innenstadt einen Ort zu schaffen, an dem Anwohner selbst Obst und Gemüse anbauen können. Dafür sollen Hochbeete, ein kleines Gerätehaus und gemeinschaftlich nutzbare Flächen entstehen.

Der Bürgergarten wird von einem breiten Netzwerk mitgetragen: Die Initiative „Pakt für Pirmasens“, das Citybüro, die Universität Heidelberg und die Humboldt-Universität Berlin haben bereits ihre Beteiligung zugesagt. Die Umsetzung soll möglichst partizipativ erfolgen – mit Ideen und Engagement direkt aus der Nachbarschaft.

Barrierefreiheit, Biodiversität und Spielangebote

Der Picopark ist Teil eines größeren Vorhabens: In einem zweiten Bauabschnitt soll der gesamte sogenannte Kaffeetreppenpark erneuert und erweitert werden – inklusive barrierefreiem Serpentinenweg, neuen Stützmauern, ökologisch sinnvoller Bepflanzung und sogar einem Erlebnispfad mit Rutschen und Kletterelementen für Kinder.

Auch Sitzgelegenheiten, moderne Beleuchtung mit Rücksicht auf den Naturschutz sowie fledermausfreundliche Leuchtkörper sind Teil der Planung. Bis dahin konzentriert sich der erste Bauabschnitt nun auf die Umsetzung des Picoparks, dessen Fertigstellung für Oktober 2025 anvisiert ist.

Finanzierung vollständig gesichert

Die Finanzierung des ersten Bauabschnitts ist bereits gesichert. Die KfW-Bank steuert 181.000 Euro bei, weitere 20.000 Euro stammen von der Stiftung Natur und Umwelt. Damit ist der Picopark nicht nur stadtplanerisch, sondern auch haushaltstechnisch ein Musterprojekt: 100 Prozent der Kosten werden über Fördermittel gedeckt.

Auch die Ratsmitglieder zeigten sich geschlossen überzeugt: Der Beschluss wurde ohne Gegenstimme verabschiedet. Damit ist der Weg frei für mehr Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und ökologische Vielfalt im Herzen der Stadt.


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