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Vernissage Titelbild

Stimmungsvoller Auftakt: Vernissage zu Abi Sheks „Tierlegenden“

von Lisa Flöser • Titelfoto: Lisa Flöser

Am Sonntag, 1. März wurde die neue Wechselausstellung „Tierlegenden. Grafiken von Abi Shek“ im Forum Alte Post offiziell eröffnet. Die Vernissage beeindruckte mit einer besonderen Einführung.

Eine Eröffnung mit Symbolkraft

Dass dieser Sonntag kein gewöhnlicher Tag ist, stellt Kulturdezernent Denis Clauer gleich zu Beginn seiner Eröffnungsrede klar, indem er den Opfern auf allen Seiten des Krieges in Nahost gedenkt. In diesem Zusammenhang spricht er gar von Schicksal, dass Najmeh Rouhanizadeh als Ersatz für die ausgefallene ursprünglich verpflichtete Pianistin engagiert wurde. Die Zusammenführung einer iranischen Musikerin und eines israelischen Künstlers sei in diesen Zeiten ein „starkes Signal“.

Musikalische Begleitung durch die iranische Künstlerin Najmeh Rouhanizadeh. Foto: Flöser

Die Kunst des Weglassens

Clauer würdigt auch das Leben und Werk des Künstlers Abi Shek selbst, der nach zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und international nun in Pirmasens gastiert. „Tierlegenden“ beschäftige sich mit der grundlegenden Frage, wie viel Ausdruck noch mit wenigen (künstlerischen) Mitteln möglich sei. Die Stärke in Sheks Bildern liege dabei in der „Kunst des Weglassens“ – zurückhaltende Farbigkeit und reduzierte Motive lenken den Blick auf das Wesentliche und laden zur eigenen Interpretation ein. Abi Sheks Kunst vereine, so Clauer, „Disziplin und Freiheit und zeigt, dass zeitgenössische Kunst nicht zwangsläufig spektakulär oder technisch überladen sein muss“, um bedeutsam zu sein.

Katja Ritter auf der Bühne. Foto: Flöser

Katja Ritter verbindet Sprache und Kunst

Eine sehr persönliche Einführung folgt im Anschluss durch Abi Sheks Ehefrau Katja Ritter. Passend zu ihrem Beruf als Schauspielerin und Bilddesignerin verknüpft sie geschickt eine Bühnenperformance mit der Vorstellung ihres Ehemanns. So verschmelzen Erinnerungen an seine Kindheit in Israel mit grundsätzlichen Überlegungen zur Verbindung von Sprache und Kunst. Beides kann man immer wieder neu entdecken – deshalb liest Ritter zwei Gedichte der Lyrikerin Rose Ausländer mehrere Male mit unterschiedlicher Betonung vor. Inspiration ziehe Shek aus ganz verschiedenen Quellen. Ritter erwähnt neben dem Einfluss von Holzschnitten der deutschen Künstlergruppe „Brücke“ auch mehrmals die Natur selbst. Abi Sheks Kunst richte den Blick auf das „Menschliche“: Wie bei Äsops Fabeln entfalten sich in seinen Bildern Erzählungen durch die Vermenschlichung der Tiere.

Die Farben Schwarz und Blau dominieren in Abi Sheks Bildern. Foto: Flöser

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Beim Rundgang durch die Ausstellung wird schließlich die von Kuratorin Lara Basso formulierte Absicht deutlich, mit dem Publikum in einen Dialog zu treten. Abi Shek und seine Ehefrau nehmen sich Zeit für die Besucherinnen und Besucher, beantworten Fragen und erklären anschaulich, wie die Bilder entstehen und mit welcher Sorgfalt sie gestaltet werden. An zwei Mitmachstationen können außerdem selbst kleine Karten bedruckt und mit nach Hause genommen werden. Denn wie Denis Clauer treffend feststellt: „Kultur lebt von der Begegnung zwischen Werk und Betrachter, zwischen Künstler und Publikum“.

Ein MitMachMuseum für Jung und Alt. Foto: Flöser

Die Wechselausstellung „Tierlegenden. Grafiken von Abi Shek“ kann bis zum 11.April im Forum ALTE POST mittwochs bis sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt kostet 6 Euro (4 Euro ermäßigt). Zusätzlich findet ein vielfältiges Begleitprogramm mit Sonderveranstaltungen statt. 


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