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Royal Flush Titelbild

Tanz mit Haltung – Die Lateinformation „Royal Flush“ bereitet sich auf den großen Auftritt vor

von Julia Schepp

Ein Verein mit Geschichte – Das Silbercasino Pirmasens

1977 entstand aus einem Schaufenster-Impuls der Tanzclub Silbercasino Pirmasens. Was mit Begeisterung für Turniertanz begann, wuchs in den folgenden Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Stadt. Heute bietet der Verein nicht nur Tanzsport auf hohem Niveau, sondern auch ein breites Spektrum an Gruppen für alle Altersklassen.

Eines der Aushängeschilder des Vereins ist die Lateinformation „Royal Flush“, die sich derzeit intensiv auf ihren nächsten großen Auftritt vorbereitet.

Royal Flush beim Training. Bis zum OB-Ball in November soll die Chorea einwandfrei sitzen. Foto: Schepp

Formation trifft auf Eleganz: Training für den OB-Ball

Mittwochabend, 20:00 Uhr. In der Gymnastikhalle des Hugo-Ball-Gymnasiums wird gelacht, gezählt, getanzt – und manchmal auch improvisiert. Musik läuft, zwischendurch ein lockerer Spruch, dann wieder volle Konzentration. Lukas Bath, 31 Jahre alt, leitet das Training. Seit Januar proben die Tänzer für ihren Auftritt beim Ball des Oberbürgermeisters am 8. November.

„Wir haben Ende Januar angefangen“, erklärt Bath. „Die Choreo ist ungefähr zu einem Drittel fertig – wir haben allerdings mit dem Schluss angefangen, weil der ein bisschen schwerer ist.“ Das schwere Drittel sei also bereits geschafft. Der Rest folge nun in Etappen.

Die Formation tanzt dieses Jahr zu einem besonderen Thema: „Bridgerton“, angelehnt an die erfolgreiche Netflix-Serie. Inspiriert vom britischen Regency-Zeitalter erwartet das Publikum eine Ästhetik zwischen höfischer Romantik und theatralischem Prunk. „Das Thema zu finden, war gar nicht so leicht“, sagt Bath. „Aber Bridgerton hat uns inspiriert – mit Maskenball, Walzer, aber eben auch etwas Modernem.“ Die dazu passenden Kostüme sind bestellt, zur Anprobe werden sie bald erwartet.

Luka Bath beim auswählen der Musik. Ein neues Stück der Choreo wird heute erstmals Trainiert. Foto: Schepp

Zwischen Turniertanz und Vereinsarbeit

Bath tanzt seit 15 Jahren, seit elf Jahren gemeinsam mit seiner Frau Lena, mit der er auch auf Turnieren erfolgreich ist. Beide machten 2020 ihre Trainerlizenz. Während er die Formation „Royal Flush“ allein trainiert, ist Lena Bath regelmäßig zur Unterstützung dabei. Sie leitet zudem eine eigene Tanzgruppe im Verein – darüber mehr Morgen im nächsten Artikel zum Verein.

Ein Thema, das Bath beschäftigt, ist die ungleiche Verteilung der Geschlechter im Tanz: „Es gibt immer mehr Frauen, die gerne tanzen wollen – aber zu wenig Männer.“ Für eine Formation, bei der Paare einstudierte Abläufe zeigen, sei das ein ständiges Problem. Umso erfreulicher sei es, wenn sich auch einmal gleichgeschlechtliche Paare fänden. In der aktuellen Formation tanzen zwei junge Frauen gemeinsam – ein sichtbares Zeichen dafür, dass tänzerische Qualität und Teamgeist wichtiger sind als klassische Rollenbilder.

Lukas und Lena Bath tanzen seit über 10 Jahren zusammen. Foto: Schepp

Tanzen über Generationen hinweg

Peter und Anna R., beide 60 Jahre alt, gehören zu den erfahrensten Mitgliedern der Gruppe. „Wir haben mit 14 angefangen“, erzählen sie. Nach einer längeren Pause – die Kinder kamen, das Berufsleben forderte Zeit – fanden sie vor einigen Jahren den Weg zurück zum Tanz. Heute stehen sie regelmäßig gemeinsam auf der Fläche – ein Paar im Leben und auf dem Parkett.

Auch Rebecca B., 38 Jahre alt, hat eine besondere Geschichte: „Ich war früher in Hamburg in einer Tanzschule, aber dann kam lange nichts. Mein jetziger Mann tanzt nicht, deshalb war ich lange raus.“ Über den Kindergarten ihrer Tochter lernte sie Lena Bath kennen, die ihr von der Formation erzählte. „Sie meinte, wenn ich mir das vorstellen kann, wäre ein Platz für mich frei – und jetzt bin ich seit Januar dabei.“

Die Gruppe ist insgesamt bunt gemischt – nicht nur im Alter, sondern auch im tänzerischen Hintergrund. Aber was alle gemeinsam haben ist die Begeisterung für Rhythmus, Bewegung und Teamarbeit.

Peter und Anna R. sind auch nach vielen Jahren Tanzerfahrung immernoch motiviert, Neues zu lernen. Foto: Schepp

Was ist eigentlich eine Lateinformation?

Welche der fünf lateinamerikanischen Tänze (Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive) in die neue Choreografie einfließen, bleibt bis zur Premiere am 8. November eine kleine Überraschung – fest steht: die Show wird elegant, schwungvoll und ganz im Stil von „Bridgerton“. Die Herausforderung liegt nicht nur im technischen Können, sondern in der Synchronität und der Präsentation als Gruppe. Anders als beim klassischen Paartanz geht es hier um das große Ganze – Bilder, Linien, Dynamik.

Die Choreografien sind darauf ausgelegt, in kurzer Zeit maximale Wirkung zu erzielen – und das mit sportlicher Präzision und künstlerischem Anspruch zugleich.

Ausblick: Mehr Tanz im Silbercasino

In zwei weiteren, die im Laufe der Woche erscheinen, wird es um drei weitere Gruppen des Vereins gehen: die Line-Dance-Gruppe sowie die Tanzgruppe „All-In“, die unter Leitung von Lena Bath arbeitet. Auch der neue Mawiba-Kurs, ein tänzerisches Angebot mit Fokus auf Beckenbodenaktivierung und Spaß an Bewegung, wird vorgestellt.

Wer selbst Interesse bekommen hat, kann sich online über das komplette Kursangebot informieren – von Einsteigerkursen für jedes Alter bis zu ambitionierten Showgruppen ist alles dabei.
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