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Vereinsnachwuchs im Rampenlicht: U19 des FK Pirmasens
von Andreas PetryEs ist ein historischer Schritt für den Nachwuchs des FK Pirmasens. Erstmals seit 123 Jahren treten die A-Junioren der „Klub“ in der U-19-DFB-Nachwuchs-Bundesliga an und bekommen es dabei mit klangvollen Namen und etablierten Nachwuchsleistungszentren zu tun. In Liga B, Gruppe E, warten die SpVgg Elversberg, Greuther Fürth, der 1. FC Saarbrücken, SV Sandhausen, SV Wehen Wiesbaden und TSV Schott Mainz. Ein sportliches Neuland, das Respekt verlangt, Vorfreude weckt und den Namen von Pirmasens und des FKP wieder in die deutsche Fußballlandschaft hinausträgt. Das Abenteuer startet am kommenden Sonntag im Sportpark Husterhöhe gegen den SV Wehen Wiesbaden, der am ersten Spieltag den 1. FC Saarbrücken mit 4:0 nach Hause schickte. Anpfiff auf dem Kunstrasen ist um 13 Uhr.
Nach der Vorrunde der U-19-DFB-Nachwuchsliga belegte die U 19 aus Wiesbaden in der Gruppe H Rang vier. Die besten drei jeder Vorrundengruppe – bei Wiesbaden waren das Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und der VfL Bochum – spielen in der Hauptrunde Liga A, alle übrigen in der Liga B. Zusätzlich dürfen Amateurvereine ohne Nachwuchsleistungszentrum, wie der FKP, an der Hauptrunde teilnehmen. Die Qualifikation erfolgte über die U-19-Regionalliga Südwest. Dort zog „die Klub“ als Tabellenführer der Hinrunde in die Hauptrunde der U-19-DFB-Nachwuchsliga ein.
„Wir wissen, dass das eine Hammergruppe ist“, sagt Peter Rubeck, Trainer der FKP-A-Junioren. „Aber wir haben uns das erarbeitet. Jetzt wollen wir sehen, wo wir stehen.“
Seit eineinhalb Jahren betreut der 64-Jährige die U 19 des FK Pirmasens. Fußball ist für Rubeck Leidenschaft, nicht Lebensgrundlage. Hauptberuflich arbeitet er als Angestellter in einem Krankenhaus in Völklingen. „Ich war nie abhängig vom Fußball“, sagt er offen. „Das gibt mir eine gewisse Gelassenheit.“

Eine Gelassenheit, die aus seiner Erfahrung gewachsen ist. Rubeck blickt auf eine lange Trainerlaufbahn zurück: Stationen beim FC Homburg, Wormatia Worms, TSC Zweibrücken, Eintracht Trier, der aktuell von der Insolvenz bedrohten Borussia Neunkirchen und im Saarland prägen seinen Weg. Viele Jahre arbeitete er im Amateur- und Jugendbereich. „Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, was auf uns zukommt“, erklärt er und sagt nicht ohne Stolz im Rückblick auf seine Karriere: „Bundesliga stand noch nie vor der Liga, in der eine von mir trainierte Mannschaft gespielt hat.“
Dass die Bundesliga andere Anforderungen stellt als die Regionalliga, wurde in der Vorbereitung schnell deutlich. „Wir haben die Intensität deutlich erhöht“, erklärt Rubeck. Statt drei Trainingseinheiten pro Woche standen zeitweise sechs bis sieben Einheiten auf dem Programm. Dazu kamen Testspiele an nahezu jedem Wochenende, teilweise sogar doppelt.
„Die Jungs haben das gut angenommen“, lobt der Trainer. „Aber man merkt schon: Dass Tempo, die Physis, die taktische Disziplin noch mal auf einer anderen Stufe stehen.“
Testspiele gegen Mannschaften aus der Saarlandliga, der Regionalliga oder gegen ambitionierte Gegner wie Elversberg oder Walldorf gaben erste Hinweise. „Wir waren nicht chancenlos“, betont Rubeck. „Aber Bundesliga ist Bundesliga.“ Und den Stellenwert, den sich sein Team erarbeitet hat, macht Rubeck an einem Beispiel fest: Für das spielfreie vergangene Wochenende hat der U-19-Bundesligist SV Darmstadt beim FKP für ein Freundschaftsspiel angefragt. Und das hat „die Klub“ bei den Junglilien sogar mit 2:0 gewonnen. Elias Mamarin und Noah Berndt hießen die Torschützen bei der gelungenen Generalprobe.

Eine besondere Herausforderung liegt in der Kaderstruktur. Viele Spieler stammen aus dem jüngeren Jahrgang, einige sind körperlich noch im Aufbau. „Ich habe einen relativ kleinen Kader“, erklärt Rubeck und hofft, dass sich keiner der Leistungsträger aus dem älteren Jahrgang verletzt. Was ihn zudem freut: „Es haben mehrere meiner Spieler den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Das ist letztlich der Sinn der Ausbildung.“
Neu ist auch die Arbeitsweise bei der Spielvorbereitung. Über ein zentrales DFB-Portal stehen Videoaufzeichnungen aller U-19-Bundesligaspiele zur Verfügung. „Ich kann mir jedes Spiel ansehen, analysieren, vorbereiten“, sagt Rubeck. „Das spart Fahrten“, bedeutet aber deutlich mehr Arbeit. Diese zusätzliche Arbeit nimmt er bewusst an. „Ich bereite mich ohnehin intensiv vor.“ Aber jetzt müsse der Coach noch genauer hinschauen, um Taktik, Spielphasen und Umschaltmomente zu analysieren.
Neben dem Sportlichen bringt die Bundesliga enorme organisatorische Anforderungen mit sich. Medizinische Untersuchungen der Spieler sind erforderlich, DFB-Auflagen müssen erfüllt werden und Sicherheitskonzepte vorliegen. Auch die Schiedsrichter- und Medienarbeit wird forciert. „Das ist ein riesiger Aufwand“, sagt Rubeck. „Ohne mein Trainerteam und die Unterstützung des Vereins wäre das nicht zu stemmen.“ Dabei lobt der Coach das FKP-Präsidium mit Chick Kölsch und Christian Radtke für deren Hilfe genauso wie die Eltern und das gesamte Umfeld. „Wir sind stolz auf diese Leistung“, sagen auch die Jugendleiter beim FKP, Frank Ehmann und Jürgen Rock, unisono. Ehmann hebt dabei hervor, „dass die komplette Jugendabteilung parat steht und unterstützt, um zu helfen, diese Herausforderungen zu meistern.“

Sportlich geht der FKP ohne falschen Druck in die Saison. „Wir haben nichts zu verlieren“, weiß Rubeck. „Einige Spiele sind Bonusspiele.“ Ziel sei es, sich zu behaupten, zu lernen und die Spieler weiterzuentwickeln. „Wenn wir am Ende den Klassenerhalt schaffen oder sogar mehr, ist es umso besser. Wenn nicht, gehen wir unseren Weg weiter.“ Wenn der FKP in der Tabelle einen der ersten vier Plätze belegt, darf das Team von Peter Rubeck auch in der kommenden Saison in Deutschlands höchster Juniorenspielklasse antreten.
Die Vorfreude überwiegt. „Für die Jungs ist das eine große Bühne“, sagt Rubeck. „Und für mich als Trainer ist es noch einmal eine besondere Herausforderung.“
Titelbild: FK Pirmasens
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