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Wenn Ehrenamt Pirmasens aufblühen lässt!
von Andreas Petry • Titelfoto: Andreas PetryDas liegt nicht nur an Wald, an den sieben Hügeln und herrlichen Parks, sondern auch an den Menschen, die jeden Tag mit Hacke, Handschuh und Herzblut dafür sorgen, dass die Stadt nicht im Beton versinkt. Deshalb blühte am Dienstag der Pirmasenser Carolinensaal so richtig auf. Dort wurden diese Menschen gefeiert: die Pirmasenser Grünpatinnen und Grünpaten.
Die Eröffnungsrede von Bürgermeister Michael Maas sorgte für ein heiteres Grinsen im Saal. Pikantes Detail: Sein Sohn hatte dabei kräftig mitgeholfen, ausgestattet mit ChatGPT-Dünger, wie Maas augenzwinkernd zugab. Der Vortrag war ordentlich mit Komposthumor angereichert.

Maas würdigte die Engagierten, die ohne großen Auftritt im Stadtgebiet für blühende Baumscheiben, muntere Beete und heitere Pflanzinseln sorgen. Menschen, die wissen, wie man Wurzeln schützt, Dornen ignoriert und Blüten feiert. Menschen, die dafür sorgen, dass selbst der hässlichste Gehwegstreifen irgendwann aussieht wie ein schmuckes Gartenbeet. „Ohne Sie“, witzelte Maas, „müssten wir beim Umweltministerium vermutlich beantragen, dass Bäume künftig lernen sollen, sich selbst zu gießen.“ Der Saal lachte zustimmend.

Über 70 Grünpatinnen und Grünpaten sind in der Grünpflege im Stadtgebiet und den Vororten am Werkeln, wobei es keine Rolle spielt, ob kleine oder größere Flächen betreut werden. Wolfgang Daumenlang, pensionierter Kriminalbeamter, observiert einen Grünstreifen in der Blocksbergstraße und greift beherzt ein, wenn es notwendig wird.

Die Rentnerband aus Niedersimten hat sich auf die Fahnen geschrieben, sich einmal wöchentlich – allerdings nicht mit Musikinstrumenten, sondern mit Gartengeräten – zum Arbeitseinsatz zu treffen. Natürlich auch mit einer gemeinsamen Stärkung, wie Edwin Münch verrät. Heiko Dettmering sorgt seit drei Jahren in Windsberg für saubere Flächen. Er berichtet: „Mit Motorsense und einem 50er-Rasenmäher mache ich den Weg frei, der vom Blümelstal hochkommt.“
Manche tun das seit über zwanzig Jahren. Zwei solche „prächtig gewachsenen Pflanzen mit Langzeitvertrag“ sind die Grünpaten Ruth Schneble (80) und Arno Schneble (86). „Seit über 30 Jahren schneiden wir Sträucher und jäten Unkraut am Windsberger Buswendeplatz“, erzählen die beiden rüstigen Rentner.

Diese Patinnen und Paten kämpfen täglich gegen Wildwuchs, Trockenstress, Trittspuren und Beutezüge hungriger Stadttauben. Sie lockern Böden, die härter sind als kommunale Haushaltsverhandlungen, und bringen Pflanzen zum Aufblühen, die eigentlich längst aufgegeben hatten. Ihre Arbeit ist eine unsichtbare Nährlösung, die Pirmasens schöner, bunter und freundlicher macht und der Stadtgärtnerei hilft.
Großen Platz in Maas’ Rede bekam auch eines seiner Herzensprojekte: die „Essbare Stadt – Pirmasens zum Essen gerne“. Auf öffentlichen Flächen wachsen regionale Köstlichkeiten wie knackiges Gemüse oder Obstbäume. Und aus manchen städtischen Äpfelchen wurde schon ein leckeres Schnäpschen gebrannt. Diese Kampagne zeigt, dass die Stadt nicht nur grün, sondern auch lecker ist. Es sind Orte, die duften, schmecken und verbinden.
Auch einige pflanzliche Fakten fehlten nicht im Faunaplan des Bürgermeisters. Rund 30.000 Bäume wachen über die Stadt. Jede Menge neue Blühflächen sorgen dafür, dass Bienen nicht in die Nachbarstädte abwandern müssen. Und im Stadtwald rascheln zertifizierte Nachhaltigkeitsziele zwischen den Stämmen.
Mehr braucht man fast nicht zu wissen, um zu verstehen: Die Stadt lässt wachsen – und die Grünpatinnen und -paten lassen aufblühen.

Zum Abschluss bekamen alle Engagierten einen herrlichen Weihnachtsstern überreicht. Es war keine pompöse Gala, sondern gezeigte Dankbarkeit, weil jeder Pate zum bunten Strauß des sozialen Engagements gehört. Es sind leise, meist unsichtbare Helden mit Gartenschuhen. Mit einem Sekt in der Hand, einem Beet im Herzen und einer ganzen Palette gartenpoetischer Fachbegriffe auf der Zunge tauschten sich die Geehrten zum Abschluss aus.
Maas brachte es auf den Punkt: Pirmasens wäre ohne seine Grünpatinnen und Grünpaten nur halb so grün, halb so freundlich und eben komplett anders.
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