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- Kolumne von Manfred Vogel
Von Trauer zu Hoffnung

Oder: vom Ewigkeitssonntag zum Advent. Eben noch haben die protestantischen Christen zum Ende des Kirchenjahres der Verstorbenen gedacht. Für die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Stadtgemeinden war das mit einer besonderen Aktion verbunden. Sie trafen sich im Gemeindezentrum am Kirchberg zum Konfirmandentag „Sterben, Tod und Auferstehung“. Ein Thema, mit dem Jugendliche in der Regel wenig zu tun haben. Und es ging auch in drei wechselnden Arbeitsgruppen intensiv zur Sache.
Die Bestatterin Frau Kircher erzählte sehr eindrücklich von ihren Erfahrungen und ihrer Arbeit. Es geht natürlich um den Umgang mit Toten und die Beerdigung. Aber wichtig ist auch, die Trauernden zu begleiten und ihnen vieles abzunehmen, was sie zusätzlich belasten würde. Da hörten die Konfis gebannt zu.
Der Film „Willi wills wissen“ zeigte, was alles dazu gehört und wie man mit Trauer umgehen kann. Wie nehme ich Abschied? Was fühlen Hinterbliebene? Da kamen auch Kinder zu Wort. Auch ein alter Mann, der um seinen baldigen Tod weiß, erzählte. Wie Hoffnung aussehen, schilderte ein katholischer Pastoralreferent.
In einer dritten Gruppe gestalteten die Konfis Bilder zu Trauersymbolen, aber auch der Zuversicht. Schließlich ging es auch um christliche Hoffnung. Unsere Pfarrer/innen und Gemeindepädagogen schilderten ihre Vorstellung, wie es sein könnte. Unsere Konfis bekamen viel zum Nachdenken und gingen mit einem neuen Blick nach Hause. Ein ungewöhnlicher Tag.
Eine Woche später: die Adventszeit beginnt. Vor und in der Johannes- und Lutherkirche gab es Programm mit Musik, was zu Essen und Trinken, Adventsbasar und vieles mehr. Am Abend dann der „Lichterzauber“ an der Pauluskirche.
Natürlich war viel Gelegenheit zu Gesprächen. Vor der Johannes- und Lutherkirche gabs noch etwas Besonderes: einen spontaner Segen. Für jede und jeden, der auch zufällig vorbeikam. Quasi „pop up blessed“. Eine Aktion der Ev. Kirche der Pfalz. Aus einem Kaugummiautomaten konnten kostenlos Segensbändchen gezogen werden. Das ganze unter einem aufgeblasenen Regenbogen. Der steht ja für den Bund Gottes mit uns Menschen und für die Vielfalt und Buntheit des Lebens. Als der Regenbogen mittags von der Johanneskirche zur Lutherkirche getragen wurde, staunten etliche Passanten.
Segen im Alltag – ungewöhnlich und doch etwas sehr Schönes. Das wurde auch reichlich genutzt.
So schlägt sich der Bogen, der Regenbogen, vom Ewigkeitssonntag zum Advent!
Die Stadt ist geschmückt. Der Belznickelmarkt lädt wieder ein. Die „Eisbahn“ steht wieder und ermuntert zum Schlittschuhlaufen. An den Samstagen gibts wieder die Modelleisenbahnen zu bestaunen.
Advent. Die Vorfreunde auf Weihnachten. Die Vorfreunde auf Christus, das Licht der Welt. Unsere Hoffnung. Lassen Sie sich einladen! Feiern Sie Advent!
Manfred Vogel
Dipl.-Sozialpädagoge (FH) mit Theologischer Zusatzausbildung und Ordination. Er arbeitet beim Gemeindepädagogischen Dienst des Prot. Kirchenbezirks Pirmasens und ist u.a. in der Altenheimseelsorge und Gemeindearbeit tätig und hält Gottesdienste. Er ist Mitglied im Kreisvorstandsmitglied bei Bündnis 90/Die Grünen sowie ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen im sozialen und gesellschaftspolitischen Bereich aktiv.
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