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Bücherei-Chefin Ulrike Weil und Dezernent Denis Clauer. Foto: Müller

Das große Ausmisten

von Thomas Müller

Bücherei-Chefin Ulrike Weil sortiert aus

„Inzwischen haben wir einige Lücken in den Regalen, aber das ist so gewollt“, lacht Ulrike Weil. Die Bücherei-Chefin hat in den vergangenen Wochen und Monaten schon ordentlich aussortiert im Bestand. Das hat mehrere Gründe.

Da spielt zum einen natürlich der gescheiterte Umzug in die Schlossgalerie eine Rolle (wir hatten berichtet). Nichtsdestotrotz muss Platz gemacht werden, auch wenn die Pläne mit einem Bücherei-Neubau in der Höfelsgasse noch nicht final sind. Sage und schreibe mehr als 8000 Titel sind aus der Bücherei verschwunden, das ist rund ein Achtel des kompletten Bestands. Dazu hat Ulrike Weil Kriterien. „Bücher, die über mehrere Jahre nicht ausgeliehen wurden, oder in schlechtem Zustand sind, werden entsorgt“, sagt Weil.

Natürlich werden aber auch aktuelle immer wieder angeschafft. Als Ladenhüter entpuppen sich in Zeiten des Internets immer mehr die Nachschlagewerke und Enzyklopädien. „Einiges konnten wir verschenken, einige Bücher aber auch weiterverkaufen“, so die Bücherei-Chefin. Eine gute Art der Weiternutzung gibt es zum Beispiel für Zeitschriften: Viele wurden an Altenheime gespendet, wo die Senioren darin blättern können. Auch viele CD’s und DVD’s wurden entsorgt, weil schlichtweg das Interesse fehlt. „In Zeiten von Streaming-Diensten müssen wir uns da auch anpassen“, sagt Weil. Dafür laufe die Onleihe der Bücherei gut.

Lücken in den Regalen, aber zufrieden: Bücherei-Chefin Ulrike Weil und Dezernent Denis Clauer. Foto: Müller
Lücken in den Regalen, aber zufrieden: Bücherei-Chefin Ulrike Weil und Dezernent Denis Clauer. Foto: Müller

„Frau Weil und ihr Team haben einen guten Plan“, sagt Dezernent Denis Clauer. Besonders die Vorbereitungen auf die kommende Bücherei der Dinge laufen. „Dazu müssen wir noch offiziell eine Satzungsänderung machen“, sagt Clauer. Auch Näheres zum Umzug und Neubau soll im März folgen. Die Ausleih-Zahlen seien auch wieder nach oben gegangen, das Vor-Corona-Niveau sei aber noch nicht ganz wieder erreicht.

Doch nicht nur mehr Platz und eine bessere Aufenthaltsqualität spielen bei der Bücherei der Zukunft eine Rolle. Auch Diebstahlschutz wird immer wichtiger! „In den vergangenen Jahren sind tausende Titel geklaut worden, dagegen wollen wir uns schützen“, sagt Weil. Dazu kommt eine Technik mit RFID-Chips zum Tragen. 51.000 solcher Klebe-Chips hat sie bestellt. Die werden in die Bücher geklebt. Sollte jemand ein Buch mitgehen lassen wollen, wird künftig ein Alarm ausgelöst. Dazu werden auch Selbstausleih- und Rückgabe-Terminals eingerichtet.

In der Bücherei werden die Bücher momentan mit RFID-Chips versehen, vor allem wegen des Diebstahlschutzes. Foto: Müller
In der Bücherei werden die Bücher momentan mit RFID-Chips versehen, vor allem wegen des Diebstahlschutzes. Foto: Müller

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr über 81.000 Ausleihen in der Bücherei, 50.000 davon entfallen auf die Jugendbücherei. Ganz vorne dabei sind Romane mit 19.500 Ausleihen, Sachliteratur folgt mit 11.000. Ganz vorne bei den Romanen liegt „Romeos Tod“ von Sabine Thiesler, bei den Kinderbüchern führt Jeff Kinney wie schon in den vergangenen Jahren die Rangliste an.

Ebenso plant die Stadtbücherei wieder einige Veranstaltungen in diesem Jahr, unter anderem natürlich den Lesesommer aber auch Konzerte, Lesungen und einen „Pfälzer Owend“.


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