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Wie kam es eigentlich zu den Landgrafentagen?
von Andreas PetryEntstehungsgeschichte und wie auch du ein Teil davon werden kannst
Anno Domini, in einer Zeit der Perücken, Reifröcke und höfischen Lustbarkeiten, ward in der ehrwürdigen Stadt Pirmasens ein denkwürdiges Fest begründet, das uns bis auf den heutigen Tag mit seiner prächtigen Erscheinung beglückt: die Landgrafentage. So ist es auch wieder am Samstag und Sonntag. Bei dem bunten Treiben in der Innenstadt darf natürlich auch die Landgrafengarde und alles drumherum nicht fehlen. Doch wer steckt dahinter und wie kam es eigentlich dazu? Eine kleine Entstehungsgeschichte.
Es begab sich vor nunmehr sechsundzwanzig Jahren, dass eine Gruppe ehrenwerter Männer sich im Keller des geschätzten Gastgebers Haro Heneka versammelte. Ihre Namen, heute in den Annalen des Festes verzeichnet, lauteten unter anderem Karl Schütz, Heiner Wölfling, Haro Heneka, sowie Vertreter der Restaurants Bold und Alt Bärmesens. Ihr Vorhaben war ebenso kühn wie notwendig, denn die strengen Regularien verlangten, dass ein Fest drei Jahre in Folge zur selben Zeit gefeiert werden müsse, um künftig einen verkaufsoffenen Sonntag damit zu verknüpfen.

Mit Scharfsinn und Tatkraft wurde die Landgrafentafelei aus der Taufe gehoben. Doch wie so oft in der Geschichte der großen Unternehmungen, stand auch dieses Fest anfangs auf wackeligen Füßen. Schon drohte es im Strudel der Vergänglichkeit zu versinken, doch die rettende Hand reichte der Carnevalsverein Pirmasens, der sich im dritten Jahr der alleinigen Durchführung annahm. „Wir kredenzten alleine mit einem Bierwagen auf dem Schlossplatz den edlen Trunk“, erinnert sich mit einem schmunzelnden Blick der Ehrenpräsident des CVP und Mitbegründer des Festes, Karl Schütz.
Über die Jahre hinweg gedieh die Veranstaltung und nahm stattliche Formen an. Zunächst war es die Zweibrücker Schausteller- und Imbissfamilie Jekel, die mit Eifer und Engagement die Landgrafentage unterstützte. Später übertrug die Stadt Pirmasens die Ausrichtung des Festes gar einem Veranstalter für mittelalterliche Märkte, Lorraine Medievale, welcher fortan mit historischem Glanz und prunkvollen Inszenierungen das Stadtbild bereicherte. Doch einer blieb stets fester Bestandteil der Feierlichkeiten: der Carnevalsverein Pirmasens.

Mit Stolz und Würde präsentieren sich dessen Mitglieder bei der Eröffnung und den beiden Markttagen in prächtigen Rokokokostümen, die an die glanzvolle Epoche des Pirmasenser Landgrafen Ludwig IX. erinnern. Als Grenadiere, Marketenderinnen und in der erhabenen Gestalt des Landgrafen und seiner Gemahlin, ziehen sie die Blicke der staunenden Bürger auf sich. Allerdings, so wird mit Augenzwinkern berichtet, ist der Landgraf seit einigen Jahren ohne Gattin und hält Ausschau nach einer neuen edlen Dame an seiner Seite.
Ein weiteres Juwel des Festes ist das Landgrafen-Kaffee, das seit Beginn der 2000er im Alten Rathaus seinen Platz gefunden hat. Mit feinem Gespür für historische Authentizität richtet der CVP den Landgrafensaal prächtig her und verwöhnt die Gäste mit duftendem Kaffee sowie hausgemachten Kuchen und Torten. „Es ist uns eine Freude, auch in diesem Jahre wieder mit unserem Team die Tradition fortzusetzen, so wie all die sechsundzwanzig Jahre zuvor,“ verkündet Karl Schütz voller Stolz.

Und so wird auch heuer die Stadt Pirmasens von edlen Herrschaften und fröhlichem Markttreiben erfüllt sein, wenn die Landgrafentage erneut zu einem glanzvollen Ereignis werden, das Vergangenheit und Gegenwart auf wunderbare Weise vereint.
Hast du auch Lust bekommen, ein Teil des Carnevalverein Pirmasens zu werden? Weitere Infos und Kontakt zur ehrenamtlichen Arbeit des CVP gibt es über folgende Quellen:
Carneval-Verein Pirmasens e.V., CVP- Dreispitzhalle, Am Rehpfad , 66955 Pirmasens.
Telefon: 06331 6080888, E-Mail: kontakt@cvp-online.de, Web: www.cvp-online.de
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